Barcelona stolpert nach titelparty: alavés nutzt ausnahmesituation
Die Feierlichkeiten um die Meisterschaft sind kaum verklungen, da patzt Barcelona am Montagabend in Mendizorroza. Nach dem fulminanten Sieg über Real Madrid und den anschließenden ausgelassenen Siegeszug durch Barcelona wirkt die Mannschaft von Hansi Flick erschöpft und gab den Vorstoß des Aufsteigers Alavés zu leicht her.

Rotationsspiel der flick-elf ermöglicht alavés-sieg
Die Katalanen hatten zuvor fast fünf Stunden lang durch die Stadt geparadiert, eine riesige Menschenmenge jubelte ihnen zu. Dieser Ausflug forderte seinen Tribut, sodass Flick das Training am Vortag verschieben musste. Die Folge: Eine erschlaffte Vorstellung im Baskenland. Ferran Torres belebte das Spiel zwar kurzzeitig, doch die Dominanz des Alavés war unübersehbar.
Vor dem Anpfiff wurde Barcelona von Alavés mit einer rauschenden Begrüßung im „Passillo de Campeones“ geehrt – ein gebührender Abschied vom regulären Spielbetrieb vor dem Blick auf die anstehenden Länderspiele. Dabei war die Erleichterung und Euphorie nach dem Sieg gegen Real Madrid noch deutlich spürbar. Doch gegen eine hungrige Alavés-Mannschaft zeigten die Blaugrana eine Leistung, die hinter den Erwartungen zurückblieb.
Luis de la Fuente, der spanische Nationaltrainer, nutzte die Gelegenheit, um einige potenzielle Kandidaten für die WM zu beobachten. Allerdings machte ihm Flick die Aufgabe nicht gerade einfach, denn der Deutsche rotierte personell massiv. Drei Talente aus dem eigenen Nachwuchs durften überhaupt erst in der Partie ran: Cortés, der sein Debüt im Profibereich feierte, Xavi Espart in der 60. Minute und kurz vor Schluss Tommy Marqués. Sie verkörpern die Zukunft des FC Barcelona, doch an diesem Abend konnten sie die Schwächen der etablierten Spieler nicht kaschieren.
Das Tor von Ibrahim war der Genugtuungsschritt für Alavés und katapultierte den Kampf um den Klassenerhalt in eine neue Dimension. Die Tabelle ist enger denn je: Die Real Sociedad auf dem achten Platz weist 44 Punkte auf, während Levante mit 39 Zählern am Abgrund schwebt. Die Spannung in der spanischen Liga ist bis zum Schluss garantiert.
Die Freude in Alavés ist riesengroß, während in Barcelona sicherlich eine gründliche Analyse der jüngsten Leistung herrscht. Die kurze Auszeit nach dem Titelgewinn scheint den Katalanen mehr zugesetzt zu haben als erwartet. Ein Weckruf für die kommende Saison, in der es gilt, die Konstanz zu bewahren und die Euphorie der Fans nicht zu versprechen.
