Bandentreffer! irres tor schleudert adler ins finale

Die Scheibe rutschte 89 Minuten lang über das Eis, dann sprang sie wie ein Flipperball von der Bande, landete am Stock von Moritz Seider und kullerte im Netz von Mathias Niederberger. 1:0 für die Adler Mannheim – und die Playoff-Serie war gelaufen.

Ein abpraller, der ganz münchen schweigen lässt

Ein abpraller, der ganz münchen schweigen lässt

Der EHC Red Bull München hatte in Spiel fünf alles gewagt: Torhüter raus, sechster Feldspieler rein, 45 Sekunden Powerplay. Doch genau diese Leere nutzte Mannheim. Seiders Schuss von der blauen Linie blockte ein Münchner Körper, die Scheibe flog im hohen Bogen, touchierte die Glaswand hinter dem eigenen Kasten, sprang zurück, streifte das Außennetz und fiel genau vor die Kelle von Lukas Reichel, der nur noch einzuschieben brauchte. 17.892 Zuschauer im SAP Garden hielten den Atem an, dann brach die Hölle los – auf der einen Seite.

„Ich hab nur gesehen, wie die Scheibe senkrecht runterkommt und plötzlich vor mir liegt“, sagte Reichel im Interview nach dem Spiel. „Hätte nicht gezielt gehen können.“ Für München war der Treffer ein Schock, die Serie war damit 3:2 entschieden. Die Adler jubeln, München muss umdisponieren.

Die Statistik liefert ein brutales Bild: München hatte 38 Schüsse aufs Tor, gewonnen haben trotzdem die Adler. Das sogenannte „Puck Luck“ – der Zufall, der so oft über Sieg oder Niederlage entscheidet – sprach in dieser Nacht klar für die Mannheimer. Trainer Don Jackson atmete nach dem Schlusspfiff sichtlich auf: „Wir haben das ganze Jahr hart gearbeitet, und dann hilft dir das Hockey-Gott ein bisschen. Ich nehme es mit.“

Für die Red Bulls geht es nun ins Trostfinale um den dritten Platz, während die Adler im Finale um die Meisterschaft auf den Gewinner der Serie Kölner Haie vs. Eisbären Berlin treffen. Das erste Finale findet am kommenden Samstag in der Mannheimer SAP Arena statt. Karten sind seit heute Morgen ausverkauft.