Banda bricht zusammen – 50.000 zuschauer stocken im maradona
Die 87. Minute im Stadio Maradona. Lamek Banda fasst sich an die Brust und fällt rücklings ins Gras. 50.000 Stimmen erstarben, als hätte jemand den Stecker gezogen.
Antonio Conte war einer der ersten, die reagierten. Der Napoli-Coach sprintete aufs Feld, winkte wild den Sanitätern herbei. „Solche Szenen haben wir leider schon erlebt“, sagte er später mit zitternder Stimme. Die Erinnerung an Erikksen schwebte über dem Stadion.
Die angst sitzt tiefer als jede grätsche
Bandas Hand blieb an der rechten Brustseite kleben. Die Lecce-Ärzte stürmten herbei, das Spielgeschehen war nebensache. Auf der Tribüne hielten selbst Ultras den Atem an. Erst nach fünf Minuten hob der Stürmer den Daumen. Die Relief-Explosion hallte bis nach Neapel.
Die Trage trug ihn ins Krankenhaus „San Leonardo“, wo CT und EKG jede schlimmere Diagnose ausschlossen. Präventiv blieb er über Nacht, telefonierte mit seiner hochschwangeren Frau. Morgen darf er nach Hause.

Di francesco: „nur ein schlag, nichts organisches“
Lecce-Trainer Eusebio Di Francesco atmete tief durch: „Es war ein harter Ball am Torso, mehr nicht. Der Knall hat ihm die Luft geraubt.“ Conte ergänzte: „Ich habe seine Familie im Kopf. Man denkt an weit mehr als drei Punkte.“
Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die medizinische Notfallausrüstung der Serie A. Seit der League-Einführung von Defibrillatoren 2021 sind zwölf vergleichbare Zwischenfälle dokumentiert – kein einziger tödliche Ausgang mehr. Die Zahl spricht für sich.
Für Banda geht es nun um Zeit. Seine Frau erwartet in zwei Wochen das erste Kind. Er selbst will schon beim nächsten Match dabei sein. Der Fußball aber wird ihm diesen einen Moment nicht so schnell zurückgeben.
