Ballerini nutzt chaos: heimsieg im giro-sprint!

Neapel bebte, als Davide Ballerini (XDS Astana) im dramatischen Finale der sechsten Giro-Etappe einen überraschenden Heimsieg feierte. Ein Massensturz kurz vor dem Zielchaos besiegelte das Schicksal vieler Favoriten und eröffnete Ballerini die Chance, die er prompt nutzte.

Ein sturz, der alles veränderte

Die letzten Meter zur Ankunft am Vesuv waren von höchster Dramatik geprägt. Dylan Groenewegen (Unibet Tietema Rockets) verlor auf dem glitschigen Kopfsteinpflaster in einer engen Kurve die Kontrolle über sein Rad. Der daraus resultierende Sturz zog mehrere Sprinter und deren Helfer in seinen Sog. Das Bild war chaotisch, die Hoffnungen vieler auf einen Sieg zunichte gemacht. Doch inmitten dieses Durcheinanders bewiesen Ballerini und Jasper Stuyven (Soudal-Quick-Step) einen außergewöhnlichen kühlen Kopf.

Während der Großteil des Feldes mit im Trümmerhaufen lag, konnten sich die beiden Ausreißer an der Innenseite der Kurve heranhängen und machten den Sieg wenige Sekunden später unter sich aus. Ballerini setzte sich knapp gegen Stuyven durch und feierte einen emotionalen Sieg vor den Augen der jubelnden Fans.

Pascal Ackermann landete als bester Deutscher auf dem 17. Platz. Ein respektables Ergebnis, aber weit entfernt vom Triumph, den sich viele für den Kandel-Sprinter erhofft hatten.

Die gesamtwertung: eulalio führt, stork im niemandsland

Die gesamtwertung: eulalio führt, stork im niemandsland

In der Gesamtwertung behält Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) das Rosa Trikot. Der Portugiese führt den Spanier Igor Arrieta (UAE Team Emirates) mit einem soliden Vorsprung von 2:51 Minuten an. Florian Stork (Bünde/Tudor Pro Cycling) findet sich weiterhin im Mittelfeld wieder, liegt aber mit 6:16 Minuten Rückstand auf Platz acht. Seine Aufgabe wird es sein, sich in den Bergen zu positionieren und dort vielleicht eine gute Platzierung herauszufahren.

Die morgige Königsetappe, mit einer Länge von 244 Kilometern, wird das Feld vor eine enorme Herausforderung stellen. Die Bergankunft auf dem Blockhaus (13,6 km, durchschnittlich 8,4 % Steigung) verspricht ein Spektakel und könnte die erste entscheidende Zäsur im Kampf um das Rosa Trikot darstellen. Besonders Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike), der zweifache Tour-de-France-Sieger, wird versuchen, sich hier erstmals in Szene zu setzen und den Rückstand auf Eulalio zu verkürzen. Stork muss hier zeitnah die Jagd auf den Spitzenreiter beginnen, will er im Gesamtklassement noch eine Rolle spielen.

Die italienische Rundfahrt hat bewiesen, dass sie auch in diesem Jahr für Überraschungen gut ist. Ballerinis Sieg ist ein Beweis dafür, dass in einem Massensturz auch der vermeintlich kleine Mann zum großen Helden werden kann. Und wir dürfen gespannt sein, welche Wendungen die Reise noch nimmt.