Baena schlägt ins herz: tor für maría, 2.392 tage kampf im gepäck
Das Tor flog – und traf. Alex Baena drehte sich nicht zum Jubel zum Publikum, sondern zum Himmel. Der Ball segelte ins Netz, Uruguay stand 0:1 zurück, und die Arena bebte. Doch die wahre Detonation kam später: „Das war für María“, sagte er mit zitternder Stimme in die Kamera.
Ein geburtstag, ein abschied, ein signal
Maria Caamaño wäre heute elf Jahre alt geworden. Stattdessen feierte sie ihren ersten Geburtstag im Himmel, nachdem sie am 16. April den Kampf gegen den Krebs verloren hatte. Genau 2.392 Tage kämpfte die „Fußball-Prinzessin-Kriegerin“, wie ihre Familie sie nannte. Baena kannte jeden einzelnen.
Die beiden lernten sich kennen, als der Mittelfeldspieler der U21-Nationalmannschaft Spendenaktionen für krebskranke Kinder begleitete. Was mit Autogrammkarten begann, wurde zur Freundschaft. Er besuchte sie in der Klinik, sie feierte mit ihm den EM-Titel der U21 – auf der Ehrentribüne, per Stufe hochgehoben, rote Schleife im Haar.

„Sie hat dem ball noch einen tritt verpasst“
Gestern Abend, 82. Minute, Ecke von links. Baena nimmt den Ball, legt ihn scharf an den ersten Pfosten. Uruguay-Keeper Muslera kommt raus, verpasst, der Ball kullert über die Linie. Die Wiederholung zeigt: leichte, fast schon spielerische Bahnänderung. „Als ich das Bild sah, habe ich gewusst: Maria hat nachgeholfen“, sagt Baena. Seine Arme nach oben, die Augen geschlossen – ein Moment, der Instagram und WhatsApp-Gruppen der Familie Caamaño in Sekunden flutete.
Lucía, Marias Schwester, postete ein Foto des Jubels: „Immer im selben Team, zusammen für immer.“ Die rote Schleife, Symbol für den Kinderkrebs, steckte an Baenas Handgelenk. Der Kommentar des Verbandes: „Ein Tor, das schwerer wiegt als drei Punkte.“
Zwischen trauer und transfergerüchten
Zwei Tage vor dem Spiel hatte Baena noch eine kleine Kerze auf dem Friedhof in Alcorcón angezündet. „Ich habe ihr versprochen, dass ich sie mitnehme“, sagt er. Jetzt trägt er sie – und die 2.392 Tage – in jedes Stadion. Die Ablösesummen, die gerade die englische Presse um seinen Namen wirft, verblassten gestern. Die echte Währung war ein elfjähriges Mädchen, das dem Fußball ein Gesicht gab.
Am Ende bleibt eine Zahl: 1:0. Und eine Gewissheit: manche Tore treffen tiefer als das Netz.
