Babelsberg fegt chemie leipzig mit 5:0 weg und entfacht abstiegskampf

52. Minute, Potsdam. Ein Aufschrei geht durch den Karl-Liebknecht-Stadion: Maurice Covic trifft zum 1:0 für SV Babelsberg 03. Was folgt, ist kein Fußballspiel mehr – es ist eine Demontage. Am Ende steht ein 5:0 gegen BSG Chemie Leipzig, das die Gäste in den Tabellenkeller befördert und die Regionalliga Nordost aufmischt.

Die zweite hälfte wird zur schießbude

Die erste Halbzeit war ein Schaukelsitz: Leipzig drückt, Babelsberg kontert, aber keiner trifft. Dann der Knall nach der Pause. Covic mit dem Führungstreffer, zehn Minuten später legt George Didoss nach – 2:0. Der 24-jährige Angreifer ist nicht zu stopfen, macht in der 70. Minute das 3:0 und katapultiert die Hausherren endgültig in den Rausch.

Leipzig ist geschockt, Babelsberg spielt wie entfesselt. Darijan Silic erhöht mit einem Freistoßhammer von der Strafraumgrenze auf 4:0. Die Chemiker bekommen noch eine Geschenkminute: Cyrill Akono wird im Strafraum gelegt, Elfmeter. Kapitän Janik Mäder schießt – und donnert die Kugel über den Querbalken. Die Leipziger Bank verdreht die Augen, die Babelsberger Fans aalen sich im Schadenfreude-Paradies.

Kurz vor Schluss der fünfte Streich: Jannis Lang köpft, Marcel Bergmann pariert, aber der Abpraller landet wieder bei Lang – 5:0. Abpfiff. Leipzig trudelt auf Rang 16 ab, Babelsberg springt auf Platz 11 und schielt plötzlich nach oben.

Die zahl des tages: 5

Die zahl des tages: 5

Fünf Tore in 38 Minuten – so effizient war Babelsberg zuletzt vor drei Jahren im Pokal gegen einen Oberligisten. Die xG-Statistik lag bei 2,4, aber wer zweimal nachlegt und einen Freistoß versenkt, der darf auch mal übertreffen. Die Leipziger Defensive kassierte damit bereits die dritte Fünferpackung in dieser Saison; Trainer Sebastian Gärtner sprach von „kollektivem Blackout“ und kündigte interne Konsequenzen an.

Für Babelsberg ist der Sieg mehr als drei Punkte. Nach vier sieglosen Spielen schlägt die Mannschaft von Cemal Yıldız zurück und sendet ein Signal an die Konkurrenz: Wer hier unten aufgibt, fliegt raus. Die nächsten Gegner: Union Fürstenwalde und Viktoria Berlin – beides Sechs-Punkte-Spiele. Leipzig dagegen muss am Sonntag bereits wieder ran, gastiert bei ZFC Meuselwitz. Die Pleite brennt noch in den Knochen, die Reise nach Sachsen-Anhalt wird kein Spaziergang.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: In der Regionalliga kann ein einziger Durchgang reichen, um eine Saison zu retten – oder zu ruinieren. Für Chemie Leipzig tickt die Uhr jetzt laut.