Babbel fordert tresoldi-debüt: der dfb-sturm kommt aus brügge
Markus Babbel schießt den nächsten Brandpfeil in die Debatte um den deutschen Mittelstürmer. Sein Ziel: Nicolò Tresoldi, 21, Torschützenkönig der U21 und Angreger bei Club Brügge. „Wir reden über Undav, aber wir haben einen Jungen, der in 48 Pflichtspielen 17 Buden macht – drei davon in der Champions League“, sagt Babbel im Gespräch mit SPORT1. Für den Ex-Nationalspieler ist das keine Frage der Zukunft, sondern der Gegenwart: „Wenn du ihn jetzt nicht holst, verpasst du den Moment.“
Warum nagelsmann tresoldi braucht – und warum er wartet
Julian Nagelsmann sucht einen klassischen Neuner, der die Box besetzt, die Abwehr spaltet und den Ball in der dritten Liga der Zeit versenkt. Genau das liefert Tresoldi seit Wochen bei Brügge. Sein Trainer Carl Hoefkens ließ ihn gegen Benfica und Atlético durch die Mitte laufen – Tresoldi antwortete mit Kopfballpower und einem Volley, der in Belgien schon Legendenstatus hat. Die Zahl, die Babbel beeindruckt: 0,65 Tore pro 90 Minuten in dieser Saison – besser als Undav, besser als Fullkrug, besser als Beier.
Doch der DFB zögert. Intern heißt es, Nagelsmann wolle den EM-Kader nicht über Nacht plattmachen. Die Hierarchie soll bleiben, auch wenn die Form sie Lügen straft. Tresoldi selbst hört die Signale. „Ich bin bereit“, sagte er nach dem 3:1 gegen Cercle Brügge, „aber ich werde nicht betteln.“ Drei Länder buhlen um ihn: Italien, Argentinien, Deutschland. Der argentinische Verband hat laut Bild bereits telefoniert. Die Uhr tickt.

Das tresoldi-dilemma: talent versus tradition
Der Fall offenbart ein strukturelles Problem des deutschen Fußballs. Wir fördern ballbesitzstarke Schein-Neuner, aber verlieren die Instinktspieler. Tresoldi ist kein Possession-Künstler, er ist ein Raumfresser mit Killerinstinkt – genau das, was Deutschland in Katar vermissen ließ. Babbel: „Wir können uns nicht wieder auf einen Stürmer verlassen, der lieber abkoppelt als in die Box rennt.“
Die Entscheidung fällt innerhalb der nächsten zehn Tage. Nagelsmann nominiert am 5. April seinen Kader für die Testspiele gegen Frankreich und die Niederlande. Wenn Tresoldi fehlt, droht nicht nur ein Imageverlust – es wäre das dritte Mal in zwei Jahren, dass ein Top-Talent wegen Zögerung ins Ausland abwandert. Das sagt Babbel mit einem trockenen Lachen: „Dann steht er bei der WM 2026 gegen uns – und schießt uns raus.“
