Azteca brodelt: mexiko jagt historisches gruppen-perfecto
Die 87 523 Stimmen im Estadio Azteca werden heute ein einziges Wort schreien: ¡Sí se puede! Denn noch nie hat eine mexikanische Nationalmannschaft eine WM-Gruppenphase mit drei Siegen abgeschlossen – bis jetzt. Gegen die Tschechische Republik, die nur mit einem Dreier überlebt, droht den Gästen die Höhenliga des 2 240 Meter hohen Kolosses zum Verhängnis zu werden.
Koubek schickt seine fallschirmjäger
Miroslav Koubek hat nichts mehr zu verlieren. Nach 1:2 gegen Südafrika und 1:1 gegen Südkorea zählt nur noch das Wunder im Hexenkessel. Seine Lösung: Standard-Gewalt. Soucek wird im Zentrum den Herzschritt bestimmen, Schick vorne das Kopfballduell suchen. 64 Prozent der tschechischen Torgefahr entstand bisher aus dem Stand – kein Zufall.
Doch die Physiologen warnen. Bei dieser Höhe schlägt das Herz 10–15 Prozent schneller, die Sauerstoffsättigung sinkt. Die tschechische Staffel landete erst vor 48 Stunden in Mexiko-Stadt. Ein Sprint in dünner Luft, während die Regenwolken über dem Popocatépetl bereits Blitze schicken.

Aguirre lässt seine joker tanzen
Javier Aguirre dagegen kann Karten spielen. Sechs Punkte, null Gegentore – das gab es in Mexikos WM-Historie noch nie. César Montes kehrt in die Innenverteidigung zurück, Brian Gutiérrez sitzt vorsichtshalber. Stattdessen darf Santiago Giménez seine Sprungkraft gegen die tschechische Hintermannschaft testen. Ein Tor, und Mexiko wäre im Achtelfinale ohne Gegentreffer. Rekordverdächtig.
Die letzte Frage bleibt: Rotation oder Rekord? Aguirre lässt durchsickern, dass er „den Rhythmus nicht zerstören“ will. Die Botschaft an die Anhänger: Volles Rohr bis zum Schlusspfiff. Wer im Azteca einmal das Publikum enttäuscht, verliert mehr als nur drei Punkte.

Schick gegen jiménez – ein duell wie david und goliath
Vorne feuert ein Europäer gegen einen Mexikaner. Patrik Schick jagt sein erstes Turniertor, traf zuletzt an fünf aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spieltagen. Raúl Jiménez dagegen trägt die Last einer ganzen Generation. Sein Kopfball gegen Südafrika war nicht nur ein Tor – es war eine Befreiung. Wer heute trifft, schreibt sich in die Geschichtsbücher.
Die Wetter-App zeigt 26 Grad bei Luftfeuchtigkeit von 38 Prozent. Perfekte Bedingungen für Rasen, Hölle für Lungen. Um 20.00 Uhr Ortszeit geht’s los. Dann erfahren wir, ob das Azteca erneut zur Festung wird – oder ob Soucek und Schick das sagenumwobene Haus zum Schweigen bringen. Eines ist sicher: Ein Team fliegt heute nach Hause, das andere in die Legende.
