Azmoun-debatte eskaliert: iranischer stürmerstar fehlt bei wm

Schock in der iranischen Fußball-Nationalmannschaft: Sardar Azmoun, einst Hoffnungsträger und dritter Rekordtorschütze des Landes, wird die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada nicht bestreiten. Die Entscheidung des iranischen Verbands wirft einen langen Schatten und beendet eine hitzige Debatte um den 31-Jährigen, der zuletzt auf massive Kritik im eigenen Lande stürzte.

Ein foto, das für aufruhr sorgte

Auslöser der Kontroverse war ein Foto, das Azmoun an der Seite des Premierministers der Vereinigten Arabischen Emirate zeigte – eines Landes, das als Verbündeter der USA und entschiedener Gegner des Iran gilt. Dieser Schritt wurde von manchen iranischen Staatsmedien als Verrat gebrandmarkt, was zu einer Welle der Empörung in den sozialen Medien führte. Abdolkarim Hosseinzadeh, ein Vizepräsident des Landes, hatte sich indes noch für Azmouns Rückkehr in die Nationalmannschaft eingesetzt und die Bedeutung der Verbundenheit zwischen den iranischen Staatsbürgern hervorgehoben.

Azmoun selbst versuchte, die Situation zu beschwichtigen und seine Loyalität gegenüber dem Iran zu beteuern: „Egal, wo ich Fußball spiele – meine Identität, mein Herz und mein Stolz sind Iran.“ Doch seine Worte schienen nicht auszulügen, da der Verband seine Entscheidung nicht mehr rückgängig machte.

Neuer mann für den angriff: dennis eckert ayensa

Neuer mann für den angriff: dennis eckert ayensa

Für Sardar Azmoun rückt nun Dennis Eckert Ayensa nach, der in Köln und Gladbach seine fußballerische Ausbildung genoss und nun für Standard Lüttich spielt. Der gebürtige Bonner steht damit vor seinem Debüt im iranischen Trikot und soll für frischen Wind im Angriff sorgen. Es bleibt abzuwarten, ob er die Lücke füllen kann, die Azmouns Abwesenheit hinterlässt.

Ein weiteres Problem beschäftigt das iranische Team derzeit: Die Visa für die Einreise in die USA sind noch immer nicht erteilt. Die Zeit drängt, denn das Team muss sich ab dem 15. Juni in Gruppe G gegen Neuseeland, Ägypten und Belgien behaupten. Das Ausbleiben der Visa könnte den Vorbereitungen massiv zutrouwen.

Die Entscheidung gegen Azmoun ist mehr als nur ein sportlicher Akt. Sie spiegelt die politischen Spannungen wider, die den iranischen Fußball immer wieder belasten und die Frage aufwerfen, wie weit sich Athleten in ihrer Meinungsfreiheit äußern dürfen, ohne dafür einen Preis zu zahlen. Der iranische Fußball steht am Scheideweg, und die WM könnte zu einem wichtigen Test für die Zukunft des Sports im Land werden.