Azmoun-comeback? regierung drängt auf rückkehr des stürmers ins nationalteam

Ein überraschender Wind weht im iranischen Fußball: Nach heftiger Kritik und einer Suspendierung im März könnte Stürmer Sardar Azmoun schon bald wieder das Trikot der Nationalmannschaft tragen. Ein hochrangiger Regierungsvertreter hat sich öffentlich für seine Rückkehr eingesetzt – ein Signal, das die Gemüter erhitzt und die Frage aufwirft, wie ernst es mit der Versöhnung wirklich ist.

Die debatte um loyalität und politische positionierung

Die Geschichte um Sardar Azmoun ist komplex. Im März wurde er aus dem iranischen Kader gestrichen, nachdem er sich in der Vergangenheit wiederholt politisch geäußert und dabei Kritik von staatlichen Medien auf sich gezogen hatte. Auslöser der jüngsten Debatte war ein Foto, das Azmoun mit Politikern der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zeigte – ein sensibles Thema, da die VAE ein enger Verbündeter der USA sind, mit denen der Iran derzeit im Konflikt steht. Die Anschuldigungen des Verrats, die ihm vorgeworfen wurden, waren hart.

Doch nun scheint sich die Stimmung zu wenden. Abdolkarim Hosseinzadeh, Vizepräsident des Iran, rief via X (ehemals Twitter) dazu auf, die „Verbundenheit zwischen den Kindern der Heimat“ zu bewahren und Azmouns „Zeichen dieser Verbundenheit“ nicht zu übersehen. Er plädierte dafür, den Stürmer „wenn möglich“ wieder in die Nationalmannschaft zurückzuholen. Azmoun selbst hat in der Vergangenheit seine Loyalität zum Iran betont und sich als „Sohn Irans“ bezeichnet. Seine Aussage: „Egal, wo ich Fußball spiele – meine Identität, mein Herz und mein Stolz sind Iran.“

Wm-ambitionen und die entscheidung des verbands

Wm-ambitionen und die entscheidung des verbands

Die Möglichkeit eines Comebacks für die WM, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli in Los Angeles und Seattle stattfindet, ist real. Laut iranischen Sportjournalisten könnte Azmoun, der bisher 57 Länderspieltore für den Iran erzielte und bei Vereinen wie Bayer Leverkusen und AS Rom spielte, in den finalen Kader berufen werden. Die iranische Nationalmannschaft trifft in der Vorrunde auf Neuseeland, Belgien und Ägypten – eine schwere Aufgabe, die den Verband zu einem Umdenken veranlasst haben könnte.

Die Verlegung des WM-Quartiers von den USA nach Mexiko deutet auf eine zunehmende politische Sensibilität hin. Ob die Rückkehr von Azmoun Teil einer größeren Strategie ist, um die öffentliche Meinung zu beruhigen und die Unterstützung für die Nationalmannschaft zu stärken, bleibt abzuwarten. Die endgültige Entscheidung des Verbands steht noch aus, aber die Zeichen stehen gut für eine überraschende Wende in dieser turbulenten Geschichte.