Wolff über horner-comeback: „the bad fehlt, aber ich brauche ihn nicht“

Toto Wolff spuckt nach. Fast ein Jahr nach Christian Horners Rauswurf bei Red Bull meldet sich der Mercedes-Chef zum ersten Mal öffentlich über einen möglichen Gegner-Relaunch – und liefert dabei eine Achterbahn aus Verachtung, Respekt und schwarzem Humor.

„The bad ist weg“ – wolff zitiert western, meint horner

Die Pressekonferenz in Suzuka dauert keine fünf Minuten, da schnappt sich Wolff das Mikro und dreht den Spieß um. „Früher hatten wir ‚The Good, the Bad and the Ugly‘. Heute sind nur noch ‚the Good‘ und ‚the Ugly‘ da. ‚The Bad‘ ist weg“, sagt er und grinst kurz, bevor er nachlegt: „Der Sport verliert an Farbe, wenn solche Figuren fehlen.“

Der Seitenhieb trifft Horner mitten in die Magengrube. 14 Weltmeistertitel in 20 Jahren – gebaut mit dem Mann, der ihn seit Silverstone 2021 nicht mehr beim Vornamen nennt. Wolff spricht von „zerschlagenem Porzellan“, meint die internen Kriege, die Sponsoren-Fluchten und die Gerichte um Horners Privatleben, die Red Bull zum Handlungszwang zwangen.

Alpine-deal? keine finte, nur kalte kalkulation

Alpine-deal? keine finte, nur kalte kalkulation

Die Gerüchteküche brodelt: Horner soll 24 % an Alpine übernehmen, Mercedes prüft parallel dieselbe Beteiligung. Zufall? Wolff lacht trocken. „Wenn ich jeden Deal abschlagen würde, nur weil Horner zufällig danebensteht, müsste ich mir selbst die Hand abschneiden.“ Die Alpine-Anteile seien „ein Excel-Tabellen-Projekt“, nichts persönliches. Ob es sich rechnet, steht noch in den Sternen – aber nicht in den Wolken der Rivalität.

Der Österreicher schiebt nach: „Es wäre ziemlich armselig, wenn meine Investment-Entscheidung davon abhinge, wer neben mir im Aufsichtsrat sitzt.“

Die wunden von abu dhabi 2021 sind offen

Die wunden von abu dhabi 2021 sind offen

Wolffs Blick verfinstert sich, als Abu Dhabi fällt. „Ich habe noch keine drei Sekunden gefunden, in denen ich sagen könnte: Lass uns beim Abendessen über 2021 lachen.“ Die Stimme wird leiser, fast zitternd. „Manche Dinge kann man nicht vergessen, nur verwalten.“

Ob ein Bündnis denkbar wäre? „Ich glaube nicht, dass wir jemals dieselben Ziele verfolgen werden. Selbst dein schlimmster Feind hat einen besten Freund – aber der bin nicht ich.“

Die Formel-1-Bühne wartet auf ein Comeback. Horner arbeitet mit Investorgruppen, die 300 Millionen Euro locker machen wollen, nur um ihn zurückzubringen. Wolff dagegen baut an einer jungen Antonelli-Ära. Die nächste Saison könnte das Duell der Generationen werden – mit oder ohne „The Bad“.

Die Uhr tickt. Suzuka zeigt, dass die Lücke zwischen Gut und Böse nur zwei Zehntel beträgt. Wolff weiß: Wenn Horner zurückkommt, wird die Lücke wieder persönlich. Und er wird bereit sein.