Wolff attackiert hadjar: handschlag-verweigerung nach crash mit antonelli

Shanghai – Die Nerven liegen blank, noch bevor die Reifen kalt sind. Isack Hadjar schlägt Andrea Kimi Antonelli die ausgestreckte Hand weg, Toto Wolff schlägt zurück: „Unsportlich.“ Der Zwischenfall nach dem Sprint des chinesischen Grand Prix ist in drei Sekunden erklärt, wird aber die Saison begleiten.

Erste Runde, Kurve 6. Antonelli, Startplatz zwei, kommt zu spät, rutscht raus, trifft Hadjar. Der Red Bull fliegt ins Kiesbett, verliert den kompletten Unterboden, später auch 15 Positionen. Der Mercedes-Junior will sich entschuldigen, findet sich vor dem RB22 wieder, doch Hadjar winkt ab – demonstrativ, kamerawirksam, mit jenem Gesichtsausdruck, den man sonst nur von Piloten kennt, die gerade die WM verloren haben.

Warum hadjars frust berechtigt ist – und warum er trotzdem danebenlag

Warum hadjars frust berechtigt ist – und warum er trotzdem danebenlag

Wolff spricht von „klarem Fehler“, meint Antonelli, und gibt ihm trotzdem eine Lektion in Manieren. „Das kann es nicht sein“, sagt der Mercedes-Motorsportchef bei Sky, „wir sind keine Kartbahn.“ Ralf Schumacher stimmt zu, „macht man eigentlich nicht“, fügt aber hinzu, dass Hadjars Temperament „noch roh“ sei. Der Franzose selbst redet sich nach dem Rennen schaumend: „Er hat sich komplett verbremst, wir haben nichts gelernt, nur Blech verloren.“

Die Zehn-Sekunden-Strafe für Antonelli nimmt Hadjar kaum noch wahr. Mit einem zerstörten Auto war Rang 15 unvermeidlich. „Warum so überdreht?“, fragt er rhetorisch und liefert sich selbst die Antwort: „Weil ich mit einem Tankschiff unterwegs war.“

Die Szene ist klein, wirkt aber wie ein Vorgeschmack. Antonelli gilt als Mercedes-Zukunft, Hadjar als möglicher Verstappen-Ersatz. Beide fahren für Teams, die seit Jahren auf Kollisionskurs sind. Und beide wissen: Kameras filmen selbst den Handschlag. Wer ihn verweigert, muss sich fragen, ob er nächstes Mal den Händedruck der Stewards spürt.

Die nächsten Rennen kommen schnell. In Suzuka treffen sich alle wieder – mit heißen Bremsen und kühleren Köpfen, sofern möglich.