Wild wings zittern sich ins viertelfinale – köln wartet
Es war kein schöner Sieg. Aber es war einer. Die Schwenninger Wild Wings haben sich in der Verlängerung bei den Grizzlys Wolfsburg mit 3:2 durchgebissen und damit als achtes und letztes Team das DEL-Viertelfinale erreicht. Wer jetzt wartet: Kölner Haie, Hauptrundensieger und klarer Favorit. Schwenningen nimmt die Herausforderung an.
Wie karachun die schwarzwälder rettete – zweimal
Das Spiel lief eigentlich nach Plan. Benjamin Marshall traf in der 25. Minute, zwei Minuten später legte Alexander Karachun nach – 2:0, alles unter Kontrolle, dachte man. Dann kam das Schlussdrittel. Matthew White schlug doppelt zu, Wolfsburg erzwang die Verlängerung, und plötzlich zitterte alles. Die Halle, die Spieler, vermutlich auch die Nerven der Schwenninger Bank.
Doch dann: Karachun wieder. Nach 4:14 Minuten in der Overtime war es vorbei. Derselbe Mann, der das 2:0 erzielt hatte, schoss die Wild Wings in die nächste Runde. Manche Spieler haben einfach ein Gespür für den richtigen Moment.

Dreizehn jahre warten – und jetzt schon wieder
Was diese Qualifikation bedeutet, lässt sich mit einer Zahl erklären: 13 Jahre lang schieden die Wild Wings stets vor dem Viertelfinale aus. Erst die DEL-Rückkehr brachte die Wende – 2024 das erste Mal im Viertelfinale, jetzt das zweite. Kein Zufall mehr, sondern ein Muster.
Die Serie selbst war ein kleines Drama für sich. Nach dem 1:3 im Auftaktspiel schien Wolfsburg auf Kurs. Schwenningen antwortete mit einem 5:1 und erzwang das Entscheidungsspiel. Wer in solchen Momenten nicht zusammenbricht, hat etwas verstanden vom Playoff-Eishockey.

Wolfsburg verpasst erneut die große bühne
Für die Grizzlys ist es eine bittere Wiederholung: zum zweiten Mal in Folge kein Viertelfinale. Eine Mannschaft, die in der regulären Saison Substanz gezeigt hat, scheitert erneut an der ersten echten Hürde. Das schmerzt mehr als eine klare Niederlage – weil die Chance da war, greifbar nah, und trotzdem verschwand.
Schwenningen hingegen fährt mit breiter Brust nach Köln. Die Kölner Haie sind Favorit, die Zahlen sprechen für sie, die Halle wird laut sein. Aber wer gesehen hat, wie die Wild Wings dieses Spiel aus der Krise herausgerettet haben, weiß: Unterschätzen wäre ein Fehler.
