Waymos roboterfahrzeuge ignorieren schulbus-stoppschilder – 19 bußgelder in einem monat

Die gelb-schwarzen Schulbusse in Austin haben noch nicht einmal ihre Warnlichter ausgeschaltet, da gleitet schon das nächste weiße Waymo-SUV vorbei – ohne Fahrer, ohne Mitleid, ohne rechtliche Konsequenz. Texas zählt seit Dezember 2025 19 Verstöße gegen das Halteverbot an Haltestellen, der jüngste Fall datiert auf Januar. Das National Transportation Safety Board (NTSB) ermittelt.

Der Vorwurf lautet: Illegales Überholen trotzt akustischer Warnanlage und Blinklicht. Schulbusfahrer filmen die Szenen mit Handys, Eltern posten Hashtags wie #WaymoStop. Alphabet-Tochter Waymo reagierte zunächst mit einem Software-Patch, versprach bessere Erkennung von Schulbussen. Drei Wochen später meldet der Austin Independent School District erneute Verstöße – und fordert ein Fahrverbot in den Stoßzeiten. Waymo lehnte ab, verweist auf „kontinuierliche Lernalgorithmen“.

Fall nummer 37: neunjährige in santa monica angefahren

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Kalifornien liefert das düstere Pendant. In Santa Monica erfasste ein Waymo-Modell ein Mädchen, das hinter einem Doppelparker die Fahrbahn querte. Sensoren erkannten das Kind, Bremse schaltete von 27 km/h auf 9 km/h – zu spät. NHTSA und NTSB ermitteln parallel. Die Elternanwälte sprechen von „algorithmischem Blindflug“, Waymo von „vollständiger Schuldfähigkeit des Fußgängers“.

Die Zahlen zeigen ein System im Dauertest: 2,3 Millionen autonome Meilen in San Francisco allein 2025, aber auch 247 gemeldete Fast-Crashes mit Schulbussen seit Oktober. Keine Todesopfer, doch die Akzeptanz bröckelt. Texas plant Verschärfung: Wer Roboterfahrzeuge an Schulhaltestellen überholt, verliert laut neuem Gesetzesentwurf die Zulassung – egal, ob Mensch oder Code am Steuer sitzt.

Für Waymo wird der Schulbus zum Imageschaden. Konkurrent Cruise musste seine Flotte 2023 zurückziehen, nun droht Alphabet dieselbe Eskalation. Analysten schätzen die bisherigen Strafen auf unter 200 000 Dollar – ein Spendenbetrag für einen Konzern, dessen Quartalsumsatz bei 88 Milliarden liegt. Die Eltern von Austin indes organisieren bereits ein Klassenverfahren.

Während die Behörden Daten sammeln, fahren die Autos weiter – und die Warnlichter der Schulbusse blinken unvermindert. Ein Ingenieur aus Mountain View, der anonym bleiben will, sagt: „Wir trainieren auf synthetischen Bildern, aber echte Kinder mit Rucksäcken verhalten sich anders.“ Die Lösung? Noch mehr Updates, noch mehr Meilen, noch mehr Risiko. Bis dahin heißt es für texanische Schüler: Zuerst rechts schauen, dann links – und erst dann die Straße überqueren, selbst wenn kein menschlicher Fahrer zu sehen ist.