Vw-krise trifft wolfsburg: abstieg und stellenstreichung drohen
Der VfL Wolfsburg rutscht, Volkswagen kürzt. Während die Elf von Dieter Hecking mit dem Rücken zur Wand steht, plant der Mutterkonzern 50.000 Stellenstreichungen bis 2030 – und macht auch vor der 100-prozentigen Tochter VfL nicht halt. Der drohende erste Abstieg aus der Bundesliga seit 1997 könnte nur die erste Ebene des freien Falls sein.

Blume kündigt harten sparkurs beim vfl an
„Wir müssen auch beim VfL Wolfsburg Optimierungen angehen“, sagte VW-Chef Oliver Blume am Donnerstag im Interview mit RTL/ntv. Die Botschaft klingt wie ein Tiefschlag für die Fans: Alles auf den Prüfstand, kündigte Blume an. Die Floskel „nur gerecht“ wirkt dabei zynisch, wenn man bedenkt, dass der Klub aktuell nur noch als Tabellenvorletzter vier Punkte hinter dem Relegationsplatz liegt und seit acht Rückrundenspielen nur zwei Zähler holte.
Die Zahlen sind gnadenlos: 6,9 Milliarden Euro Konzerngewinn nach Steuern – 44 Prozent weniger als 2024. Für den VfL bedeutet das: Die fetten Jahre sind vorbei. Kein Geld mehr für teure Transfers, kein Polster für Trainerwechsel, keine Luxus-Löhne für Leistungsträger. Hecking, der dritte Coach dieser Saison, muss mit dem auskommen, was da ist: eine Mannschaft, die Blume selbst als „besser als ihr Tabellenplatz“ bezeichnet – was in der Realität aber nur ein Trostpflaster ist.
Am Samstag geht’s zur TSG Hoffenheim. Es ist Heckings Debüt, es ist die letzte Chance, den Abstiegsstrudel noch zu verlassen. Neun Spiele bleiben, neun Finals für den Klassenerhalt. Die Spieler wissen: Werden sie nicht zu Helden, werden sie zu Statisten in einer Tragödie. Vini Souza stand nach dem jüngsten Heimspiel gegen den HSV mit hängendem Kopf da – das Bild könnte Symbolbild der Saison werden.
Die VW-Krise verlangt dem Klub mehr ab als nur Punkte. Sie zwingt ihn zur Selbstreflexion: Welche Strukturen halten, welche Spieler bleiben, welche Trainer-Idee überlebt? Blume beteuert, der VfL bleibe „ein Volkswagen-Klub“. Doch das klingt nach einem Versprechen, das nur so lange gilt, wie die Liquidität es erlaubt. Die drohende Zweitliga-Zukunft würde die Einnahmen weiter schrumpfen lassen – und damit den Sparkurs noch verschärfen.
Der Countdown läuft. Punkte gegen Hoffenheim wären ein Seufzer der Erleichterung, doch die wirkliche Prüfung folgt im Sommer. Dann steht der VfL nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich am Scheideweg. Wer jetzt nicht gewinnt, verliert vielleicht mehr als nur eine Liga – nämlich die finanzielle Grundlage, sich jemals wieder zu erheben.
