Vw-chef blume zieht notbremse: sparwelle rollt auf abstiegsgefährdeten vfl wolfsburg zu
Oliver Blume spricht Klartext, während der VfL Wolfsburg im freien Fall hängt. Der VW-Konzernchef kündigt harte Sparmaßnahmen beim Bundesligisten an – mitten im Abstiegskampf, nur vier Punkte von Rang 15 entfernt.
„Wir werden am Saisonende alles auf den Prüfstand stellen“, sagt Blume im Interview mit RTL/ntv. Die Sprache ist die des Controllings, nicht der Kuschelkurs. Der Autobauer steckt selbst tief in der Krise: 2025 brach der Gewinn nach Steuern um 44 Prozent ein, bis 2030 sollen 50.000 Stellen weg. Jetzt rückt auch der Klub ins Fadenkreuz.
„Optimierungen“ als euphemismus für kahlschlag
Blume redet von „Optimierungen“, gemeint ist: Personal, Etat, Strukturen. Die Arena an der Volkswagen-Arena soll künftig mit weniger Geld auskommen. Die Botschaft kommt an einem Tag, da der Klub frisch den Trainer rausgeschmissen hat. Daniel Bauer ist weg, Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen ebenfalls. Dieter Hecking, Pokalsieger von 2015 mit dem VfL, soll die Rettung schaffen – mit einem Auftrag, der nach Feuertaufe riecht.
Die Mannschaft sei „besser als ihr Tabellenplatz“, betont Blume. Es klingt wie ein Trostpreis, während die Realität lautet: 17. Platz, nur neun Spiele Zeit, sonst erstmals seit der Gründung 1945 der Gang in die 2. Liga. „Knackig“ nennt der VW-Chef das. Der Begriff ist eine Verharmlosung angesichts eines Saisonendes, das über Existenz und Millionenbudget entscheidet.
Die Volkswagen-Aktiengesellschaft hält 100 Prozent an der VfL Fußball GmbH. Das macht den Klub zur reinen Konzern-Tochter – und verwundbar. Blume versichert: „Der VfL Wolfsburg ist ein Volkswagen-Klub und wird das auch in Zukunft bleiben.“ Doch die Zukunft beginnt erst nach dem Saisonfinale. Bis dahin gilt: Leistung zuerst, Kostenfragen später.

Hecking steht vor dem spagat zwischen pokalheld und sisyphus
Am Samstag geht es nach Hoffenheim, gegen einen Champions-League-Anwärter. Hecking hat neun Spiele Zeit, um die Trümmer zu kitten. Die Uhr tickt lauter als je zuvor in Wolfsburg. Die Spieler wissen: Jeder weitere Punktverlust könnte die Volkswagen-Revision beschleunigen – und die nächsten Köpfe rollen lassen.
Blume drückt „beide Daumen“. Es bleibt Symbolik. Die Daumen sind fest an Bord, doch die Taschen werden enger. Wer in dieser Lage nicht liefert, spielt sich nicht nur aus der Liga, sondern auch aus dem Budget. Die Saison endet am 17. Mai. Für den VfL könnte sie danach eine ganz neue werden – nur eben in Liga zwei und mit deutlich kleineren Zahlen auf der Gehaltsliste.
