Vespa primavera 2026: stahl-blech trifft elektro-zukunft
4.250 Euro für 50 ccm, 5.450 Euro für 150 ccm – und dazu ein Akku, den man wie ein Handy über Nacht in der Wohnung laden kann. Die 2026er Vespa Primavera und Sprint S scheren sich nicht um Krisen, sie setzen neue Regeln.
Piaggio lässt den tamburin im keller
Erstmals rollen die 125- und 150-ccm-Modelle mit einer 220-mm-Scheibe hinten, doppeltem Bremszangen-Biss und ABS. Der Tamburin bleibt nur den 50ern vorbehalten – ein Schritt, der die Stadt-Geschwindigkeit von 45 km/h endlich mit dem Anspruch verbindet, auch mal eine Vollbremsung zu überleben.
Dieselbe Lektion gibt es elektrisch: Die Moped-Version limitiert sich gesetzestreu auf 45 km/h, die Motorcycle-Variante treibt 70 km/h und mehr aus 4,2 kW Dauerleistung. Die Akkus sind herausnehmbar, 35 kg schwer und in 3,5 Stunden voll. Wer in der dritten Etage wohnt, schleppt statt Tanken eben den Akku – ein Szenario, das in Mailano schon jetzt für Gesprächsstoff in jeder Bar sorgt.

Farbpalette zwischen gelb disinvolto und beige avvolgente
Neun Lacke für die Primavera, fünf für die Sprint S. Frisch hinzugekommen: Giallo disinvolto, ein Gelb, das nach Sommer und Stränden schreit, und Beige avvolgente, das sich in den Straßenpflaster von Turin nahtlos einfügt. Die „S“-Varianten setzen auf schwarze Details, die Tech-Versionen auf matten Grau-Blau-Ton – ein Farbcode, der in den Hipster-Kiezen bereits reserviert wird.
12-Zoll-Fünfspeichen-Räder, Keyless-Start, TFT-Farbdisplay mit Vespa-Mia-Plattform – das alles klingt nach Motorradtechnik, passt aber auf ein Blechkleid, das seit 1968 die Kurven der Welt unsicher macht. Die Preise liegen zwischen 4.250 Euro und 5.650 Euro, je nach Hubraum und Akku. Für das Geld bekommt man keinen Status, man kauft sich ein Stück italienische Alltagspoesie, das jetzt auch ohne Benzin zitiert.
Die ersten Händler in Köln und Barcelona melden bereits Wartelisten. Die Botschaft ist klar: Wer 2026 durch die Stadt brausen will, braucht keinen SUV – nur einen Steckdose und ein bisschen Stil.
