Verstappen wirft reporter raus – suzuka wird zur schlammschlacht
Max Verstappen hat in Suzuka die Geduld verloren. Vor dem Freitagstraining des Grand Prix von Japan wies der viermalige Weltmeister den britischen Kollegen Giles Richards von The Guardian aus der Medienrunde aus: „Geh raus.“ Sekundenlange Stille. Dann klickten erst mal die Kameras.
Die frage aus abu dhabi nagt noch immer
Richards hatte den Niederländer beim Saisonfinale 2025 gefragt, ob er die Barcelona-Aktion gegen George Russell bereue. Verstappen hatte Russell damals abgedrängt, anschließend einen Auftrag seines Renningenieurs ignoriert und beim Zurückholen der Position den Silberpfeil mitgerissen. Fünf Sekunden Strafe, zehn Plätze Strafe, neun Punkte weg – am Ende fehlten ihm in der WM zwei Zähler auf Lando Norris.
Die Szelle schwelt seit Monaten. Verstappen spricht Richards seit dem Vorfall nicht mehr. In Suzuka eskalierte sie. „Ich? Ernsthaft? Wegen der Frage in Abu Dhabi?“, stammelte Richards, ehe er den Raum verließ. Verstappen: „Jetzt können wir anfangen.“

Die wm läuft nicht – und die gerüchte überschlagen sich
Die Aktion ist mehr als ein handfestes Zerwürfnis. Sie spiegelt die Lage wider. Verstappen liegt nach drei Rennen mit acht Punkten auf Platz acht, 43 Zähler hinter Russell. Red Bull büßte im Winter Aerodynamik ein, der RB20 rührt bei hohen Temperaturen auf, und die Motorenpartner von Honda kämpfen mit Hitzeschäden. Im Fahrerlager kursiert das Gerücht, Toto Wolff habe Verstappen bereits ein Angebot unterbreitet – für 2027.
Verstappen selbst flüchtete sich diese Woche auf die Nordschleife, testete einen GT3-Manthey-Porsche, um „den Kopf freizukriegen“. Am Steuer lächelt er noch. Sobald das Mikro leuchtet, wird er zur Eismauer.

Suzuka als schauplatz der revanche
Der Japan-GP gilt als Gradmesser. Wer hier nicht attackiert, verliert den Anschluss an die Titelrallye. Verstappen muss punkten, sonst droht vor dem Europa-Auftakt ein Loch, das selbst Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko „nicht mehr kitten“ kann. Die Fangemeinde in Osaka hat bereits Banner gedruckt: „Max, zeig die Zähne!“
Die Frage ist nur: Gegen wen richtet er sie – gegen seine Konkurrenten oder gegen die eigene Mannschaft? Teamchef Christian Horner schweigt seit Tagen. Die Mechaniker tauschten in der Nacht zum Freitag das komplette Getriebe. Ein defekter Sensor hatte im Training in Melbourne für Temperaturexplosionen gesorgt. Die Stimmung im Lager: angespannt wie ein Seilakt.
Fazit: Suzuka war einst Verstappens Parcours. Heute ist es ein Pulverfass. Wenn er hier nicht mindestens aufs Podium fährt, wird die Saison zur Schlammschlacht – und Richards wird nicht der letzte Reporter sein, den er vor die Tür setzt.
