Verstappen schlägt zurück: nürburgring-sieg als vorbote für 24h-drama

Max Verstappen brennt durch. Während Red Bull in der Formel 1 strauchelt, feierte der Niederländer am Samstag einen Start-Ziel-Sieg im Mercedes-AMG GT3 – und das nur 55 Tage vor seinem Debüt bei den 24 Stunden von Nürburgring.

Die nordschleife als ventil

Der viermalige Weltmeister war es leid, hinterherzufahren. Statt sich in Spielberg oder Sakir aufzureiben, schnappte er sich Daniel Juncadella und Jules Gounon, trat die 4-Stunden-Variante der NLS an und schlug zu – mit der schnellsten Runde im Qualifying und einem Vorsprung von 58,7 Sekunden im Ziel.

Die Konkurrenz war diesmal kein Selbstgänger. Audi-Pilot Christopher Haase schob sich auf der Döttinger Höhe kurz vorbei, ein Porsche-Cayman-Spinner kostete Gounon eine Longlap-Strafe. Doch Verstappen blieb kalt. „Die Nordschleife ist verrückt, auf eine gute Art“, sagt er. „Jede Runde ein kleines Abenteuer.“

24 Stunden, ein traum, ein termin

24 Stunden, ein traum, ein termin

Der 14. und 15. Mai sind rot im Kalender markiert. Dann will Verstappen erstmals durch die Nacht rasen – 25,3 Kilometer pro Runde, 180 Kurven, kein Streckenrand, der verzeiht. Schon 2025 hatte er sein GT3-Debüt mit einem Sieg gekrönt, doch diesmal zählt nur der Durchhaltewillen. „Das Rennen steht seit Jahren auf meiner Liste“, sagt er. „Jetzt wird es ernst.“

In der Formel 1 sieht es indes düster aus. Neue Flügel, neue Gewichte, neue Aerodynamik – und Red Bull auf Tauchstation. Nach zwei Rennen hat Verstappen 17 Punkte, fünf weniger als im Vorjahr. Die Nordschleife wird zur Psychotherapie: Hier bestimmt der Fahrer noch, nicht die Technik.

Die Uhr tickt. In einer Woche geht’s nach Suzuka, Asphalt statt Eifel-Granit. Doch wer ihn am Samstag gesehen hat, weiß: Verstappen fährt nicht nur schnell, er fährt sich selbst Mut ein. 24 Stunden Nürburgring – das könnte sein zweites Leben werden.