Verstappen rast über die nordschleife und träumt von 24 stunden wahnsinn
Max Verstappen jagt nicht nurFormel-1-Titel, er jagt auch sich selbst. Am Samstag ließ er die Konkurrenz auf der Nürburgring-Nordschleife alt aussehen, gewann das Vier-Stunden-Rennen der NLS – und machte damit klar, warum er auch nach 24 Stunden noch vorne liegen will.
Der viermalige Weltmeister teilte sich den Mercedes-AMG GT3 mit Daniel Juncadella und Jules Gounon, fuhr die schnellste Runde im Qualifying und übernahm nach der Boxenphase das Steuer wie ein alter Haudegen. „Die Nordschleife ist einfach verrückt – auf die beste Art“, sagte Verstappen, noch ganz außer Atem vom Koks.
Ein sieg, der nur nebensache war
Denn diesmal ging es nicht um Pokale, sondern um Daten. Jede Runde ein Test, jeder Bremspunkt ein Eintrag im Notizbuch. Am 14. und 15. Mai will Verstappen erstmals bei den 24 Stunden starten, dem legendären Marathon durchs Eifel-Revier. „Das steht seit Jahren auf meiner Liste“, gibt er zu. Die Liste hat er jetzt abgehakt: Trainingslauf bestanden.
Trotzdem lief nicht alles glatt. Nach dem Start musste Verstappen schon in Runde eins Platz eins räumen – Christopher Haase im Audi raste auf der Döttinger Höhe vorbei. Fahrer-Flüche am Funk, Verkehr aus langsameren Klassen, eine touchierte Strafe für Gounon: alles dabei, was die Nordschleife so berühmt-berüchtigt macht.

Formel-1-frust? nicht auf dieser strecke
Während Red Bull im neuen Reglement hinterher dümpelt, tankt Verstappen Selbstvertrauen im GT3. Kein Mikro-Management, keine Strategie-Enge – nur reines Fahrergefühl bei über 300 km/h zwischen Grüner Hölle und Karussell. Die Konkurrenz war diesmal stärker als im Vorjahr, als er sein GT3-Debüt ebenfalls gewann. Doch die Erfahrung sitzt, die Linien kennt er inzwischen auswendig.
Am Ende eine Minute Vorsprung – Zahlen, die sich lesen wie ein Drohbrief an die 24-Stunden-Konkurrenz. Wenn Verstappen hier schon dominiert, wie wird er erst bei Nacht und Nebel durchs Fuchsröhre flitzen?
Die Antwort gibt es im Mai. Bis dahin heißt es: Daten sichten, Setup verfeinern, Nerven behalten. Die Nordschleife hat einen neuen Liebling – und der schläft bereits mit Helm neben dem Bett.
