Verstappen rast über die nordschleife und kündigt den nächsten coup an
Max Verstappen jagt nicht nurFormel-1-Titel, er jagt auch die Nacht durch die Eifel. Der viermalige Weltmeister gewann das Vier-Stunden-Rennen der NLS und fixierte damit den Startplatz für seine Premiere bei den 24 Stunden vom Nürburgring im Mai.
Mercedes-AMG GT3, Startnummer 2, drei Piloten, ein Ziel: den Sieg. Verstappen teilte sich das Cockpit mit Daniel Juncadella und Jules Gounon, doch die erste Stunde gehörte ganz dem Niederländer. Nach dem Qualifying mit Bestzeit legte er los wie ein Raketenstart, musste aber schon vor Ende Runde eins die Führung abgeben. Audi-Pilot Christopher Haase schlüpfte auf der Döttinger Höhe in den Windschatten und zog vorbei. Verstappen steckte hinter einem Tross langsamerer Klassenwagen fest, die Nordschleife wurde zur Berg-und-Tal-Bahn der Geduld.
Die Boxenstopp-Phase wurde zur Scharnierstunde. Juncadella und Gounon kämpften sich durch Positionsduelle, ein Kontakt mit einem überrundeten Porsche kostete Gounon eine Longlap-Strafe. Doch der Vorsprung reichte. Verstappen kehrte für seinen zweiten Stint zurück, fuhr eine Minute heraus und ließ den BMW von Dan Harper keine Luft mehr.

Warum der sieg nur nebensache war
Red Bull patzt in der Formel 1, Verstappen flüchtet nach Rheinland-Pfalz. „Das 24-Stunden-Rennen steht seit Jahren auf meiner Wunschliste“, sagte er nach dem Zieleinlauf. Die Nordschleife gilt als grüne Hölle, 25 Kilometer voller Fallen, einmal Unruhe im Set-up und die Karosse trifft den Baum. Verstappen will diese Prüfung bestehen, egal wie laut der Formel-1-Motor heult.
Der Druck im Red-Bull-Lager wächst. Neue Aerodynamik-Regeln, schwankende Fahrbalance, ein RB22, der nur auf Geraden schneller ist als die Konkurrenz. In Japan will Verstappen Punkte, aber in der Eifel will er Geschichte schreiben. Die 24 Stunden sind kein Sprint, sondern ein Marathon über Schlaglöchern und Nebelschwaden.
Ein Detail verrät die Lust am Risiko: Verstappen fuhr ohne Setup-Test auf der Strecke, verließ sich auf sein Gefühl und die Daten der Ingenieure. Die Bestzeit im Qualifying war keine Glanznummer, sondern eine Ansage. Die Langstrecken-Profis im Fahrerfeld spüren, dass ein Formel-1-Superstar ihre Domäne betritt – und sofort mitmischt.
Am 14. Mai rollt der Große Preis der Ausdauer, 24 Stunden nonstop, 170 Kurven, 300 Meter Höhenunterschied. Verstappen will dabei sein, nicht als Zuschauer, sondern als Sieger. Die Nordschleife wird wieder zur Bühne, und der viermalige Weltmeister hat bereits die erste Generalprobe bestanden. Wer ihn stoppen will, muss früher aufstehen – oder später bremsen.
