Verstappen rast auf die nordschleife – formel-1-star jagt den 24-stunden-traum
Max Verstappen fliegt nicht nur in der Formel 1 von Sieg zu Sieg. Der viermalige Weltmeister wird Mitte Mai beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sitzen – und das nicht als Tourist, sondern als ernstzunehmende Waffe im Mercedes-AMG GT3.
Die Bombe platzte am Montag. Verstappen Racing bestätigte, dass der Niederländer bereits am 21. März seine Einschüchterungskunde in der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS2) startet. Dazwischen liegen nur sechs Tage nach dem Grand Prix von China und acht Tage vor dem Rennen in Japan. Ein Programm, das selbst Motorsport-Workaholics schlucken lässt.
Warum der ring für verstappen keine schnapsnummer ist
„Das 24-Stunden-Rennen stand schon ewig auf meiner Liste“, sagt Verstappen. Klingt nach PR-Klischee, ist aber blanker Neid all jener, die die Nordschleife nur aus Simulator und YouTube kennen. Der 28-Jährige holte sich 2025 seine DMSB-Lizenz, fuhr im Mai mit dem Ferrari 296 unter dem Pseudonym „Franz Hermann“ direkt die GT3-Bestzeit. Kein Test, keine Showrunde – ein Statement.
Für Mercedes-AMG Motorsport ist das mehr als ein Marketing-Coup. Die Marke holt sich einen Piloten, der in Eau Rouge mit geschlossenem Visier Überholmanöver wagt, und der in der LMP2-Taktik von Daytona schon Routine sammelte. Frische Reifen, doppelter Tank, Nachtsicht – Verstappen kennt die Parameter. Die Frage ist nur, wie viel Gegenwind 24 Stunden Nordschleife wirklich sind.
Teamkollegen werden laut Übereinkunft noch nicht genannt. Aber die Gerüchteküche brodelt: Edoardo Mortara, Maro Engel und Luca Stolz gelten als heiße Kandidaten. Ein Fahrerfeld, das selbst bei trockener Bahn an die 160 Autos umfasst – und bei Regen zur Lotterie wird. Verstappen selbst nimmt es mit Gelassenheit: „Der Ring ist ein besonderer Ort. Es gibt keine zweite Strecke, die ihm gleicht.“

Die rechnung hinter dem abstecher
Kritiker wittern Ablenkung aus der Formel 1. Doch der Blick auf die Daten spricht eine andere Sprache. Seit 2022 fuhr Verstappen 66 Grand Prix, siegte 48 Mal. Die Belastung ist hoch, aber die Lernkurve im GT-Segment steigt parallel. Mercedes-Chef Toto Wolff sieht darin eine Win-win-Situation: „Sensibilität für Reifen, Spritsparen, Boxenstopps – das alles schärft seine Formel-1-Skills.“
Gleichzeitig öffnet sich für Verstappen ein Fenster in die Historie. Gewinnt er in der Eifel, wäre er der erste aktive Formel-1-Champion, der in der Königsklasse und auf der grünen Hölle in einem Kalenderjahr triumphiert. Ein Kunststück, das selbst Schumi oder Vettel nicht gelang.
Die Uhr tickt. In 66 Tagen startet das 24-Stunden-Rennen. Bis dahin muss Verstappen die Balance finden zwischen Downforce-Monster und GT-Boliden, zwischen 375 km/h in Monza und 200 Höhenmetern auf der Karussell-Pflasterung. Die Nordschleife wartet. Und sie verzeiht nichts.
