Verstappen gewinnt – und fliegt trotzdem raus: nürburgring-debakel nach reifen-panne
Max Verstappen sah sich schon als Held der „Grünen Hölle“, doch zwei Stunden nach dem Zieleinlauf riss der Nürburgring ihm den Triumph wieder weg. Sieben statt sechs Reifensätze – ein Satz zu viel, ein Sieg zu viel. Die Kommissare strichen das Mercedes-AMG GT3-Team Verstappen Racing aus der Wertung, der viermalige Formel-1-Weltmeister durfte die Trophäe wieder abliefern.
Der zauber war perfekt – bis die zählung stimmte
28 Jahre alt, drei Stunden am Stück am Limit, 25,378 Sekunden Vorsprung in der Klasse – das klang wie ein Lehrstück in Sachen Nordschleife. Gemeinsam mit Daniel Juncadella und Jules Gounon hatte Verstappen den AMG von Startplatz eins weggeschossen, zwischendurch sogar die GT-Masters-Kontrahenten alt aussehen lassen. Dann kam die Box, dann die Nachmeldung: ein zusätzlicher Reifensatz, beanstandet von einem rivalisierenden Team, bestätigt von der Stewards-Liste. Regel 9.3.4 der NLS: Maximum sechs, Punkt. Kein Einspruch, kein Pardon – alles weg.
Für Verstappen bleibt ein Schmunzeln, das ihm die Lippen nicht mehr runter will. „Der Nürburgring ist die verrückteste Rennstrecke der Welt – positiv gemeint“, sagte er, noch bevor die Disqualifikation durchs Funkhaus ratterte. „Ich wollte nur das Auto kennenlernen, ich wollte nur Spaß haben.“ Spaß hatte er. Und ein Lehrgeld, das kaum jemand so schnell bezahlt hat.

Der countdown läuft: nürburgring 24 stunden in drei wochen
14. bis 17. Mai, Startliste bereits veröffentlicht – Verstappen steht wieder auf der Teilnehmerliste. Red Bull gibt frei, Miami liegt hinter ihm, Montreal vor ihm. Die Formel-1-Saison 2025 wartet auf den ersten Podestplatz des Champions, aber auf der Eifel will er sich diesmal die Reifen selbst zählen. „Dieses Rennen will man einfach auf der Liste haben“, sagt er. Kein Sponsor zwingt ihn, kein Vertrag, nur der Tick, die längste und gefährlichste Strecke der Welt noch einmal zu bezwingen.
Mercedes-AMG schweigt zu internen Konsequenzen, aber in der Boxengasse ist bereits zu hören: Reinhard Fischer, der Reifenstratege, wird beim 24-Stunden-Rennen nicht am Druckknopf sitzen. Ein Fehler, der den Sieg kostet, kann eine Karriere umbiegen – auch hinter den Kulissen.
Verstappen selbst flog noch am Abend zurück nach Monaco. Kein Twitter-Statement, kein Instagram-Rant. Stattdessen ein Kurz-Video aus der Kabine: er schaltet den AMG runter, zieht den Helm ab, lacht. Unter den 300 Kommentaren der Fans steht ganz oben: „Next time zählst du selbst, Max.“ Er wird es tun. Der Nürburgring gibt zweite Chancen, aber keine dritten.
