U-boat worx liefert den super sub: 100 kw elektroantrieb, 300 meter tiefe, 4,3 millionen euro

4,3 Millionen Euro kostet das neue Spielzeug der Superreichen. Kein Sportwagen, keine Yacht – ein U-Boot. Der niederländische Hersteller U-Boat Worx hat seinen Super Sub nach den letzten Tests vor Curaçao an den ersten Kunden übergeben. 100 kW Elektropower, 9 Knoten Spitze, 300 Meter Tauchfahrt. Die Zielgruppe: Privatleute, die sich mit 16 km/h unter Wasser langweilen wollen.

Warum ein u-boot plötzlich sportgerät ist

Weil es sich wie eines benimmt. Die Ingenieure ließen das 8-Meter-Boot in karibischen Flachgewässern Steigungen von 45 Grad fahren – ein Unterwasser-Looping, nur ohne Loop. Die Tragflächen sind Elektro-Motoren, der Pilot sitzt wie im Kampfjet, die G-Kräfte sind real. U-Boat Worx nennt das „dynamisches Fliegen durch Topografie“. Jeder, der schon einmal mit 30 Metern Sicht in 200 Meter Tiefe an einer Korallenwand vorbeigleitet ist, weiß, was das bedeutet: Adrenalin, nur nasser.

Die Zulassung folgt der IMO-Klasse „private submarine“, also kein militärisches Testprozedere. Stattdessen darf der Besitzer nach Gefallen durch Wracks und Riffe kurven – das eingebaute Hochpräzisionssonar übernimmt die Navigation, lenkt das Boot entlang einer fallenden Parabel, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist. Fehler macht das System selbst, der Mensch guckt. So weit, so tief, so teuer.

Die zahl, die alle gespräche beendet

Die zahl, die alle gespräche beendet

4,3 Millionen Euro liegt der Einstiegspreis. Für den Vergleich: Eine Ferrari SF90 Stradale kostet 430 000 Euro, eine Bugatti Mistral 5 Mio. Der Super Sub kostet mehr als ein Stadthaus in Düsseldorf, weniger als eine 40-Meter-Yacht. Die Klientel ist klein, die Nachfrage laut Hersteller groß. Die Wartungsintervalle: alle zwölf Monate oder 100 Betriebsstunden. Der Service-Partner wartet in Rotterdam, also nicht gerade um die Ecke.

Die nächste Lieferung ist schon verkauft. U-Boat Worx baut derzeit an einem Zweisitzer mit 1.500 Meter Tauchtiefe – der Preis steigt proportional zur Druckhülle. Die Logik ist simpel: Je tiefer, desto exklusiver. Und je exklusiver, desto weniger stört es, dass man für 4,3 Millionen Euro keine Sonnenliege mitkauft. Man bekommt dafür 360-Grad-Panoramasicht, Klimaanlage und einen Kaffeebecherhalter. Mehr braucht es nicht, wenn man 300 Meter unter dem Motorboot der Nachbarn entlangschwebt.

Der erste Kunde will anonym bleiben. Segler kennen seine 75-Meter-Yacht schon, sie liegt in Antibes. Bald also auch sein U-Boot. Dann startet die nächste Testrunde – diesmal mit Zuschauern. Die Tickets kosten 35 000 Euro pro Tag. Die Plätze sind ausverkauft.