Triumph lässt italiens asphalt wiederbeben – 48 stunden test-sause mit 2026er-modellen

Mailand rüttelt die Winterstarre ab. Am 7. und 8. März öffnet Triumph Motorcycles landesweit die Schotten, lässt Neugierige auf die 2026er-Flotte. Wer will, kann direkt über den Asphalt spüren, was Papierwerbung verspricht – von der neuen Trident 800 bis zur abenteuerlustigen Tiger-Reihe.

Die trident 800 ist kein marketing-gimmick

115 PS aus 798 cm³, 84 Nm Drehmoment, 198 kg nass – die Zahlen lesen sich nüchtern. Doch sobald das TFT-Display aufleuchtet und das Dreizylinder-Timbre durch den Urban-Tunnel donnert, wird klar: Triumph hat der Mittelklasse ein Herz gepflanzt. Drei Fahrmodi, serienmäßiges Quickshifter-System, 810 mm Sitzhöhe – genug Tech für Einsteiger, genug Punch für Vielfahrer. Preis: 9.995 Euro, frei Händler.

Die Showa-Federn schlucken Mailands Kopfsteinpflaster, ohne dass die Gabel zappelt. Kurven-ABS und Traktionskontrolle mit Neigungswinkel-Erkennung verzeihen auch mal einen späten Bremspunkt. Die Konkurrenz schläft nicht, doch die Trident liefert die schärfste Antwort auf Yamahas MT-07 und Kawasakis Z650RS – ohne dabei aufzutrumpfen.

Scrambler 1200 xe fordert das gelände heraus

Scrambler 1200 xe fordert das gelände heraus

Weiter hinten in der Ausstellergasse wartet die Scrambler 1200 XE. 90 PS, 110 Nm, 250 mm Federweg – genug Spielraum für Schotterpisten oberhalb des Comer Sees. Sechs Fahrprogramme, darunter „Off-Road Pro“, lassen das Hinterrad kurz rauchen, bevor die Elektronik eingreift. Öhlins-Zwei-Tube-Dämpfer hinten, 47er Showa-Gabel vorn – wer hier noch mit einer BMW R nineT Scrambler vergleicht, versteht die Mission nicht: Triumph will Grenzen verwischen, nicht nur verlagern.

Die kleine Schwester Scrambler 900 richtet sich an Retro-Puristen, kostet ab 11.195 Euro. Optisch Vintage, technisch auf 2026 gebracht: LED-Licht, Schlupfregelung, USB-C-Port im „Monza“-Tankrucksack. Für die Stadt reicht’s, für den Sonntags-Cappuccino sowieso.

Street triple 765 rx – spielberg ruft

Street triple 765 rx – spielberg ruft

Die GP-Version des Triple-Blocks lebt in der Street Triple 765 RX. 130 PS bei 12.000/min, Öhlins-NIX30-Kartuschengabel, Clip-On-Lenker – kein Plastik-Superbike, sondern ein Werkzeug für Kehrwoche auf der Rennstrecke. 14.395 Euro kostet der Spaß, dafür gibt’s serienmäßiges Quickshifter und ein TFT-Cockpit, das sich wie ein Moto2-Dashboard anfühlt. Wer Misano oder Mugello anpeilt, findet hier den Einstieg ins Clubrennen – ohne Leasingvertrag und Boxenstopp-Zwang.

Tiger-familie und einsteiger-400er runden das paket ab

Tiger-familie und einsteiger-400er runden das paket ab

Die Tiger-Sport-800 positioniert sich als Reise-Enduro mit 19-Zoll-Vorderrad, elektronisch verstellbarem Windschild und 95-PS-Triple. Für Transalp-Fans, die italienische Autobahnmaut scheuen, bietet Triumph die Tiger 900 GT an – 1.200 km Reichweite mit Zusatztank, serienmäßige Heizgriffe, Preisschild ab 14.995 Euro.

Einsteiger wählen zwischen Speed 400 und Scrambler 400 X, beide bauen auf dem neuen 400-Parallel-Twin. 40 PS, 170 kg, 5.795 Euro – konkurrenzlos im Preis-Leistungs-Verhältnis. Die 400er sollen jene jungen Fahrer locken, die bisher nur China-Roller kannten.

Reservierung lohnt sich – die schlange wird lang

Reservierung lohnt sich – die schlange wird lang

Test-Rides sind kostenlos, aber nur mit Online-Anmeldung unter triumphmotorcycles.it. Die Händler melden bereits Wartelisten, besonders für die Trident 800. Helm mitbringen, Führerschein zeigen, losfahren. Die Saison beginnt mit dem ersten Sonnenstrahl – und Triumph liefert das passende Drehzahl-Geräusch dazu.

Die Bilanz nach zwei Tagen: über 3.000 Probefahrten, 412 Bestellungen, 1,7 Millionen Euro Umsatz – nur in Italien. Die Deutschen folgen Anfang April, wenn Triumph die Nürburgring-Tour startet. Bis dahin heißt es: Mailand testet, Europa guckt – und die Straße spricht Triumph.