Todt: mercedes' überlegenheit verdient respekt – ferrari braucht geduld!

Montmeló – Jean Todt, der legendäre ehemalige Teamchef von Ferrari und später Präsident der FIA, hat im Rahmen der Präsentation des Buches „Emozioni. I 500 GP di Pirelli nel Campionato del Mondo di F1“ seine Einschätzung zur aktuellen Formel-1-Saison gegeben. Seine Worte, gesprochen mit der Autorität eines Mannes, der die Erfolge von Michael Schumacher miterlebte, hallen noch lange nach.

Die mercedes-dominanz: eine frage des gesamtpakets

Todt lässt keinen Zweifel daran, dass Mercedes derzeit das Maß aller Dinge ist. „Man muss Mercedes Anerkennung zollen, sie haben ein fantastisches Auto“, so der 77-Jährige. Doch er relativiert die Situation: In der Formel 1, so Todt, sei es immer eine Frage des Gesamtpakets. Ein herausragender Fahrer brauche ein konkurrenzfähiges Auto, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. Die Mercedes-Maschine, gepaart mit einem talentierten Fahrer, habe die Erwartungen bisher erfüllt.

Im Gegensatz zu einigen Beobachtern sieht Todt keine Revolution, sondern lediglich eine Evolutionsphase in der Formel 1. „Es gab Veränderungen, die zu großem Erfolg geführt haben, wofür ich dankbar bin. Aber das Herz der Formel 1 bleibt gleich.“ Er betont, dass die Nostalgie der Vergangenheit keine Rolle spiele. „Die Gegenwart ist wichtig, und es gibt jeden Tag die Möglichkeit, etwas Großes zu schaffen.“

Die ferrari-zeit: unvergessliche jahre

Die ferrari-zeit: unvergessliche jahre

Die Jahre bei Ferrari waren für Todt die wichtigsten seiner Karriere. „Es war das Kapitel meiner beruflichen Laufbahn, das am meisten Bedeutung hatte“, erinnert er sich. Er spricht von 16 Jahren harter Arbeit, von unzähligen Stunden und unvergesslichen Triumphen. Ferrari sei einzigartig, und der Gewinn der Weltmeisterschaft mit dem roten Pferd sei nicht nur schwierig, sondern auch unglaublich lohnend.

Besonders stolz ist Todt darauf, ehemalige Mitarbeiter zu sehen, die heute in Schlüsselpositionen in der Formel 1 stehen. „Stefano Domenicali an der Spitze der F1, Laurent Mekies bei Red Bull, Mattia Binotto bei Audi und Andrea Stella bei McLaren – das ist ein unglaublicher Stolz.“ Er nimmt sich dabei keinen besonderen Verdienst auf ihre Erfolge, betont aber, dass er stolz darauf ist, einen Teil ihres Weges gemeinsam gegangen zu sein.

Die zukunft: sicherheit und soziale verantwortung

Die zukunft: sicherheit und soziale verantwortung

Heute engagiert sich Todt als Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für Straßenverkehrssicherheit. Die Bilanz ist erschreckend: Jährlich sterben weltweit rund 1,19 Millionen Menschen im Straßenverkehr. „Es ist eine stille Pandemie“, mahnt Todt. Er nutzt seine Erfahrung und seinen Einfluss, um sich für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit weltweit einzusetzen. Seine Arbeit im Institut du Cerveau und seine Unterstützung für den Friedensnobelpreis für Aung San Suu Kyi zeigen sein breites soziales Engagement.

Was die Zukunft für die Ferrari angeht, möchte Todt keine Vergleiche ziehen. „Ich wünsche Ferrari nur das Beste“, sagt er schlicht. Schließlich ist die Scuderia ein Teil der Formel-1-Geschichte, die er so sehr schätzt.

Und was ist mit dem jungen italienischen Talent Andrea Kimi Antonelli? Todt äußert sich positiv: „Er ist ein talentierter Junge, und die Ergebnisse sprechen für sich.“ Er betont die Bedeutung des Autos, das Antonelli fährt, und lobt seine Reife und Bescheidenheit. „Es ist schön für Italien, endlich wieder einen Fahrer auf diesem Niveau zu haben.“

Todt verlässt das Paddock mit dem Wissen, dass er einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in der Formel 1 geleistet hat. Die Einführung des Halo, die anfänglich auf Widerstand stieß, hat bereits Leben gerettet. „Sicherheit war immer meine Priorität“, betont er. Und mit diesem Satz verlässt der Mann, der einst die Welt der Formel 1 beherrschte, die Bühne, um sich weiterhin für eine sicherere Welt einzusetzen – eine Welt, in der die Leidenschaft für den Motorsport nicht mit dem Verlust von Menschenleben einhergehen muss.