Tod am nürburgring: qualifying zur 24-stunden-rennen endet mit tödlichem massencrash
Der Nürburgring ist wieder ein Todesring. Beim Qualifying-Rennen zu den 24 Stunden rasten sieben Autos ineinander, Juha Miettinen überlebt nicht. Die 66-jährige Rallye-Legende aus Finnland starb trotz sofortiger Reanimationsversuche im Medical Center – und mit ihm jene Unbeschwertheit, mit der die Fans dieses Wochenende noch hatten feiern wollen.
Der unfallhergang: sekundenbruchteil der die saison erschüttert
Es war 10:36 Uhr, gerade mal 20 Minuten nach dem Start des Vier-Stunden-Rennens, als im Klostertal die Hölle losbrach. Ein Touchierte zwischen zwei GT3-Fahrzeugen, ein Abtrieb weg, ein Fahrzeug quer – und schon rutschte die Kette unkontrollierbar ineinander. Metallfetzen flogen 200 Meter weit, ein Fahrzeug überschlug sich mehrfach, ein anderer prallte frontal gegen die Streckenbegrenzung. Die rote Flagge war unmittelbar gehisst, doch für Miettinen kam jede Hilfe zu spät.
Die FIA reagierte bestürzt: „Unsere Gedanken gehören seiner Familie, seinen Freunden und allen Beteiligten.“ Die Formel-1-Behörde kündigte umgehend eine Untersuchung an. Doch die Frage, wie ein 66-jähriger Amateurpilot in einem 500-PS-Fahrzeug auf einer der gefährlichsten Strecken der Welt überhaupt startberechtigt war, bleibt zunächst offen.

Verstappen und auer: nur zuschauer des grauens
Max Verstappen saß zum Zeitpunkt des Crashs nicht im Mercedes-AMG #3 – das Steuer hatte sein Co-Pilot Lucas Auer übernommen. Beide blieben unverletzt, mussten aber mit ansehen, wie ihre Teamkollegen in dem Metallschrotthaufen verschwanden. Der Livestream wurde sofort abgebrochen, die Veranstalter sprachen nur von „mehreren verletzten Fahrern“. Die vorsorgliche Untersuchung in umliegende Kliniken ergab: keine weiteren Lebensgefahr, aber drei Piloten erlitten schwere Prellungen und einen Schock.
Für Verstappen, der eigentlich seine erste Nordschleife-Premiere feiern wollte, endet das Wochenende vorzeitig. Die Emotionen schwanken zwischen Erleichterung und Fassungslosigkeit. „Wir fahren hier, weil wir das Risiko lieben – aber niemand will einen Preis mit Menschenleben bezahlen“, sagte der Weltmeister im Fahrerlager.

Ein ring, zwei gesichter: rekorde und tränen
Der Nürburgring ist die schnellste Rennstrecke der Welt – und gleichzeitig die tödlichste. Seit 1927 forderte die Nordschleibe bereits 68 Motorsporttote, Miettinen ist der 69. Name auf einer Liste, die niemand erweitern will. Dennoch lockt der „Grüne Berg“ Jahr für Jahr Tausende Amateure, die sich selbst messen wollen. Die Grenze zwischen Heroismus und Selbstüberschätzung verwischt hier bei jedem Kilometer.
Vor dem morgigen Hauptrennen wird es eine Schweigeminute geben. Die Startaufstellung wird sich versammeln, die Motoren werden für 60 Sekunden ausbleiben. Dann donnert wieder Vollgas – weil der Sport nicht pausiert, nur weil das Herz einen Schlag verliert.
Die 24 Stunden von Nürburgring starten trotz allem planmäßig. Die Zuschauer werden kommen, die Boxenkabel werden knistern, die Boxencrews werden jede Sekunde zählen. Juha Miettinen wird nicht dabei sein. Seine Startnummer 66 wird für immer frei bleiben – ein stiller Protest gegen die Unvermeidbarkeit des nächsten Unfalls auf dem Ring, der nie vergeben kann.
