Swiss-ski krallt sich nationenpokal: odermatt zieht alle in den sog
Die Swiss haben wieder zugeschlagen. 9910 Punkte, viermal in Folge der Crystal-Globus für die beste Ski-Nation – und das, obwohl der Saisonstart vergleichsweise holprig war. Der Grund: Marco Odermatt. Der 26-jährige Nidwaldner erzeugte beim Gegner dieselbe Ratlosigkeit wie ein Schneesturm auf 2500 Metern. 1636 Punkte schraubte er allein zusammen, mehr als drei komplette Damen-Teams der Konkurrenz.
Die männer laufen davon, die frauen flicken das loch
5633 Punkte holten die Schweizer Männer – ein Plus von über 2000 Zählern gegenüber den eigenen Damen. Das klingt nach Kluft, ist aber Teil des Plans. Denn Lara Gut-Behrami und Michelle Gisin fehlten verletzt. Wer sprang in die Bresche? Camille Rast. Die Walliserin fuhr 19 von 20 Rennen unter die besten Fünfzehn, sammelte trotz nur zwei Disziplinen 1044 Punkte. Neben ihr hielten Wendy Holdener und Corinne Suter die Fahne hoch, während Malorie Blanc und Sue Piller ihren ersten Saisonpunkte-Koffer füllten.
Bei den Männern lieferte Loïc Meillard mit 1184 Punkten erneut Solide. Nur 13 Zähler fehlten ihm zum Gesamtweltcup-Podest – eine Spanne, die er sich mit zwei Slalom-Stangen und etwas mehr Risiko in Kitzbühel selbst versperrt hatte. Die Formkurve des 27-Jährigen spiegelte übrigens jene des gesamten Teams: Startschwäche, dann Schippe aufs Gas und durchziehen bis Sölden.

Jugend statt pessimismus
Während andere Nationen nach den Altstars greifen, setzt Swiss-Ski auf Frischzellen. Die U23-Gruppe um Blanc, Piller und Fadri Mosimann sammelte weltweit 423 Weltcup-Punkte – ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das macht Mut für die Olympiade in Cortina 2026, wo Punktejagd und Medaillenrennen erneut auf engstem Raum zusammenprallen.
Die Bilanz: vier Siege in fünf Jahren, 47 Podestplätze, 16 Einzelsiege. Trotz leichtem Punkteabfall gegenüber der Rekordsaison 2022/23 bleibt die Schweiz die Benchmark im alpinen Zirkus. Und weil Odermatt erst 26 ist und seine besten Jahre noch vor sich hat, dürften die Gegner schon jetzt den Kalender nach Sölden 2025 durchpusten. Die Devise: früher Schlaf, später Silvester – und vorher den Globus wieder in die Alpen holen.
