Subaru schickt sti zurück auf die straße – mit strom statt boxer

Die drei Buchstaben, die Fans jahrelang in den Schlaf geweint haben, sind plötzlich wieder da: STI. Subaru-Chef Scott Lawrence ließ in einem Interview mit der australischen Seite Drive durchblicken, dass die Sportabteilung nach der kalten Hybrid-Pause 2022 einen neuen Anlauf nimmt – und diesmal liegt ein Kabel neben dem Auspuff.

Tokio hatte den startschuss gegeben

Als im Oktober auf dem Tokyo Motor Show zwei Studien im Subaru-Stand standen, glaubte niemand an mehr als Show-Flash. Die Performance-B mit Verbrenner und die Performance-E mit E-Antrieb sahen nur wie Design-Fantasien aus. Lawrence jetzt: „Das Feedback war ein Tsunami. Die Leute haben uns buchstäblich angefleht, die Autos zu bauen.“ Intern seien die Prototypen längst Projekt-Status erhalten – ein Votum, das bei Subaru so viel bedeutet wie ein Papst-Dokument im Vatikan.

Die Rechnung ist simpel: Wer die Rallye-Generation der Neunziger zurückholen will, darf sie nicht mit 2020er-Regeln verheizen. Ein neuer WRX STI müsste 500 km Reichweite schaffen, unter 3,5 Sekunden auf 100 km/h liegen und trotzdem noch wie ein Kanarienvogel klingen – zumindest künstlich. Die Batterie-Studie Performance-E ist deshalb kein Griff in die Zukunft, sondern eine Notwendigkeit. Subaru will 2027 in jedem Segment ein Elektro-Modell haben, der STI darf da nicht fehlen.

Die daten, die lawrence nicht nannte

Die daten, die lawrence nicht nannte

Kein PS-Wert, kein Preisziel, keine Produktionszahl. Stattdessen zitiert der Australier interne E-Mails: „Wir haben mehr Anfragen für ein STI-Modell als für jeden anderen Wagen in der Pipeline.“ Die einzige harte Zahl kommt aus dem Werk Gunma: Dort laufen bereits Testmuster mit modifizierter SGP-Plattform, die 80 kWh-Akku-Pakete schluckt, ohne das Allrad-System aufzugeben. Subaru-Ingenieure sprechen von einem „doppelten Heckantrieb“: zwei Elektromotoren, die über eine Koppelstange wie ein mechanischer Differenzial-Sperrer arbeiten. Kurz: Der neue STI soll nicht nur schnell, sondern auch driftig werden – und das ohne Ölwechsel.

Die Frage bleibt: Wann? Lawrence verweist auf den Produktionskalender 2026. Dann endet die Lebensdauer des aktuellen Levorg, dessen Karosserie die Performance-E trägt. Die Logistik ist klar: Wer einen Elektro-Kombi baut, kann auch ein Elektro-Sportcoupé bauen. Die Lackieranlage in Gunma wurde vor drei Monaten auf Wasserbasis umgestellt – ein Hinweis auf Kleinserie und individuelle Farben, wie sie früher nur der STI hatte.

Für die Fangemeinde ist die Botschaft ein Fingerschnippen vor der Scheidung: STI lebt, nur eben nicht mit Knattersound, sondern mit Klickgeräusch beim Laden. Lawrence: „Wir haben gelernt, dass Emotion nicht von Oktan kommt, sondern von Beschleunigung.“ Wer im Outback noch einen ungenierten Boxer will, muss sich beeilen – für alle anderen kommt bald ein STI, der leiser ist als ein E-Bike, aber schneller als jeder WRX davor. Die Uhr tickt, der Strom fließt, und die Rallye-Träume bekommen eine neue Farbe: Blau mit Elektro-Flieder.