Stuttgart patzt in mainz: doppelschlag reicht nur für 2:2 – champions-league-platz wackelt

Der VfB Stuttgart hat im Aufstiegskampf einen Bärendienst erwischt. Beim Tabellenletzten FSV Mainz 05 reichte ein spektakulärer Doppelschlag von Ermedin Demirovic und Deniz Undav innerhalb von 60 Sekunden nur zu einem 2:2. Die Schwaben verlieren wertvolle Luft im Rennen um die Königsklasse – und müssen nun gegen Porto liefern.

Mainz zeigt den stuttgartern die zähne

Die 05er, seit der Entlassung von Bo Henriksen immer noch tief im Keller, spielten wie ein Aufsteiger. Bereits nach 39 Minuten hämmerteJae-sung Lee einen Kopfball unhaltbar zum 1:0 unter die Latte. Stuttgart wirkte ideenlos, zu behäbig, zu berechenbar. Erst in der Schlussphase schalteten die Gäste endlich den Turbo: Demirovic zog aus 18 Metern ab, Sekunden später schob Undav eiskalt zum 2:1 ein. Doch Mainz ließ sich nicht erdolchen. In der Nachspielzeit schraubte sich Danny da Costa am zweiten Pfosten hoch und köpfte den Punkt für die Rheinhessen.

Das Resultat: Stuttgart bleibt zwar vierter, hat aber nur noch zwei Zähler Vorsprung auf Leipzig. Die nächste Woche wird rau: Donnerstag empfangen die Schwaben den FC Porto im Achtelfinale der Europa League – ein Gegner, der keine Gnade kennt. Mainz dagegen reist mit Rückenwind nach Olomouc, wo Sigma auf die Conference-League-Träumer wartet.

Hoeneß’ warnung wurde zur leere

Hoeneß’ warnung wurde zur leere

Sebastian Hoeneß hatte vor der Partie noch betont, Mainz „nicht mehr zu vergleichen“ mit der Truppe, die im Dezember verloren wirkte. Seine Mannschaft begann druckvoll, besaß 68 Prozent Ballbesitz, schaffte aber nichts Substanzielles. Die Mainzer Abwehr stand tief, kompakt, warte auf Konter. Als Paul Nebel nach 19 Minuten frei vor Alexander Nübel auftauchte, war klar: Wer sich vorne verspekuliert, bekommt eins auf die Mütze. Und genau das passierte – bis zur 90. Minute.

Die Zahlen sind hart: Stuttgart kassierte bereits das siebte Auswärtstor in den letzten drei Spielen. Die Chancenverwertung liegt bei mageren 12 Prozent. Wenn nicht bald der Knoten platzt, rutscht der VfB aus den internationalen Plätzen – und die Saison wird zur Standortbestimmung.

Mainz feiert nicht nur einen Punkt, sondern auch einen Befreiungsschlag. Mit 25 Punkten ist der Abstand zum Relegationsplatz auf vier Zähler geschrumpft. Das Restprogramm? Machbar. Die Stimmung im Stadion war nach dem Schlusspfiff euphorisch – ein Signal, das in den kommenden Wochen weitere Folgen haben könnte.

Stuttgart muss jetzt liefern. Gegen Porto droht das Aus – und die Meisterschaftspause kommt zur Unzeit. Die Schwaben haben sich selbst unter Druck gesetzt. Wer so patzt, darf sich nicht wundern, wenn die Konkurrenz vorbeizieht.