Škoda peaq: elektrische siebensitzer-granate rollt mit 600 km reichweite an
Die Wartezeit hat ein Ende: Škoda füllt die letzte Lücke im E-SUV-Angebot und schickt die Peaq ins Rennen – 4,89 Meter lang, 1.010 Liter Kofferraum und ein 600-Kilometer-Akku, der sich in 28 Minuten wieder voll trinkt.
Endspurt statt lückenfüller
Seit dem Frühjahr kursierten Spionagefotos, jetzt steht die Maske endgültig im Wischer: Die Peaq ist kein Konzept mehr, sondern rollt ab Spätsommer vom Band in Mladá Boleslav. Sie krönt die Null-Emissions-Palette zwischen Epiq, Elroq und Enyaq – und macht dabei keinen Hehl daraus, dass sie sich selbst als Flaggschiff versteht. 4.874 Millimeter Länge, ein Radstand von 2.965 Millimetern, ein Heck, das fast schon T-5-Fließheck erinnert: Die Proportionen erinnern eher an einen erhöhten Kombi als an ein SUV, was der Aerodynamik zugute kommt. Klappbare Türgriffe und ein beleuchteter Tech-Dark-Face sorgen für futuristisches Flair, während 19- bis 21-Zoll-Räder dem Blech ein muskulöses Fundament verpassen.
Unter die Haut kommt die verlängerte MEB-Plattform. Drei Antriebsvarianten, zwei Batterien: 63 kWh für 430 Kilometer Reichweite oder 91 kWh für bis zu 610 Kilometer WLTP. Der Strom fließt entweder von einem 204-PS-Rear-Motor oder von zwei Elektromaschinen mit 299 PS und Allrad. DC-Schnellladung mit bis zu 195 kW stopft 80 Prozent in 28 Minuten zurück – genug Zeit für einen Espresso, mehr nicht.

Kabine ohne kompromisse
Wer einsteigt, spürt sofort: Hier hat jemand gezeichnet, der selbst Familienurlaube packt. Serie fünf Sitze, Option sieben – und selbst in Reihe drei finden 1,70-Meter-Passagiere noch Kniefreiheit. Die Rückbank lässt sich per Knopf versenken, dann wachsen 1.010 Liter Laderaum, genug für zwei Fahrräder plus Zelt. Zwischen den Sitzen: ein ausziehbarer Tisch, ein 37-Liter-Frunk, ein elektrischer Laderaumdeckel, der sich vorne verstauen lässt. Die Sonos-Soundanlage spielt in Konzertsaal-Lautstärke, während das Massageprogramm im Relax-Paket den Nacken knetet – nützlich, wenn man 600 Kilometer nonstop rollt.
Technik-Highlights? 13,6-Zoll-Touchscreen mit nativem Android, AR-HUD, Digital-Key-Share und ein elektrochromes Panorama-Dach, das sich in neun Zonen verdunkeln lässt. Škoda nennt es „Simply Clever“, wir nennen es Alltagstüftelei auf Premium-Niveau.
Erste runde am comer see
70 km/h, flache Kurve, leicht wellige Piste – genug, um die DNA zu erfühlen. Die Peaq federt weich, lenkt dabei aber erstaunlich direkt. Zwei Stufen Rekuperation, Stufe zwei reicht für One-Pedal-Feeling. 286 PS treten sanft, fast unterwürfig, keine Ruck-Akrobatik. 7,1 Sekunden auf Landstraße-Tempo reichen für ein Familienauto, das lieber souverän als lautstark reist. Das einzige Manko: Die Schaltwippen bleiben der Sportline vorbehalten – wer sparsam fahren will, muss eben Fuß geben.
Fazit: Die Peaq ist keine Design-Revolution, sondern ein Angebot an alle, die Platz, Reichweite und Alltagstauglichkeit ohne Show wollen. Preis? Škoda schweigt, doch wer die 91-kWh-Version will, sollte sich mindestens 60.000 Euro frei machen. Ab Herbst steht sie beim Händler – und damit die tschechische Antwort auf die Frage, ob ein E-Auto auch Familien-Großraum sein kann. Die Antwort lautet: Ja, mit 1.010 Liter Kofferraum und 600 Kilometer Durchhaltevermögen.
