Skoda elroq rs: 340 ps elektrisch – die schnellste tschechin aller zeiten

5,4 Sekunden von null auf 100, 180 km/h Spitze, 545 Newtonmeter im Fußgelenk – die Skoda Elroq RS ist kein SUV mehr, ein Elektro-Punch, der die Grenzen des Praktischen neu vermischt.

Ich bin Klaus Schäfer und habe in Mailand das erste Mal den Schalter umgelegt, den Alltags-Modus abgewählt und gedacht: Jetzt wird aus dem tschechischen Schrank ein Kanonenball. Was folgte, war ein Tag, an dem ein Familien-SUV plötzlich wie ein Rallye-Boliden klang – nur eben leise.

Die plattform lügt nicht: meb plus 84 kwh akku

Der Elroq baut auf Volkswagens MEB auf, doch im Gegensatz zu ID.3 oder ID.4 steckt hier kein Gramm Spielzeug. Unter der Karosserie wartet der größte Akku, den Skoda einbauen kann: 84 kWh brutto, 77 kWh netto. Die beiden Elektromotoren schalten sich nur bei Traktionsbedarf oder Kick-down zu, was im Alltag spart und bei Bedarf 340 PS freisetzt. Die theoretische Reichweite: 550 Kilometer im WLTP-Zyklus. Die Realität auf meiner Testrunde zwischen Autobahn und Stadtverkehr: 450 Kilometer im Winter, 17 kWh/100 km in der Stadt, bis zu 25 kWh auf der A4 bei 130 km/h. Die Ladekurve ist brav: 185 kW DC, 10–80 % in 26 Minuten. Kein Rekord, aber ein Wert, der den Kaffee gerade noch warm hält.

Serie limitata matt edition: nur 800 stück in grigio grafite

Serie limitata matt edition: nur 800 stück in grigio grafite

Wer die RS will, muss sich beeilen. Die Matt Edition ist auf 800 Exemplare weltweit limitiert, lackiert in matten Beton und mit 21-Zoll-Vision-Felgen bestückt. Die Optik bleibt dezent: Tiefer gelegt (15 mm vorne, 10 mm hinten), breitere Radläufe, ein Frontsplitter, der aussieht, als könne er Brot schneiden. Innen setzen grüne Akzentnähte im Alcantara-Sitz einen sportlichen Kontrapunkt. Die Plastikqualität ist – typisch Skoda – solide, aber nicht verschwenderisch. Dafür gibt es 470 Liter Kofferraum, 1.580 Liter umgeklappt, und eine Netztasche für das Ladekabel, die jeden Hyundai-Kunden neidisch macht.

Fahrbericht: sanft-sportler statt bosporus-bretter

Fahrbericht: sanft-sportler statt bosporus-bretter

Ich habe die Elroq RS auf drei Strecken gejagt: Stadtrand, Landstraße, Autobahn. Im Eco-Modus gleitet sie wie ein Schlitten über Schwellen, die DCC-Dämpfer im weichsten Level schlucken Bodenwellen, ohne zu schaukeln. Dreh ich den Regler auf Sport+, wird sie straff, aber nie hart. Die Lenkung gewinnt an Gewicht, bleibt aber kunststoff-haft. Der Blick in die Geschwindigkeitsanzeige: 100 km/h nach 5,4 Sekunden, 160 km/h kommen ohne Atempause. Die Bremse? Der Pedalwiderstand ist progressiv, doch der Druckpunkt verrät, dass hinten Trommeln arbeiten – ein Kompromiss, der bei 2,1 Tonnen Gewicht spürbar ist. Kurven: Kein Heckwippen, dafür ein deutliches Nicken unter Last. Kurz: Sie ist schnell, aber nicht wild.

Preis-check: 51.500 euro sind kein schnäppchen

Preis-check: 51.500 euro sind kein schnäppchen

Die Basis-RS kostet 51.500 Euro, die Matt Edition 54.750 Euro. Dazu kommen Pakete: Advanced (1.650 Euro) mit 360-Grad-Kamera und HUD, Winter (580 Euro) mit beheizbaren Rücksitzen, Maxx (2.690 Euro) mit Massagesitzen und Parkassistent. Die Wärmepumpe fehlt serienmäßig – 1.070 Euro Aufpreis. Wer sie spart, zahlt im Winter mit Reichweite. Mein Fazit: Die Elroq RS ist keine Batterie-Rakete, sondern ein Alltags-Genie mit Muskeln. Sie macht die schnellste Skda zur familienfreundlichsten E-Granate – und beweist, dass Prag auch mit 340 PS nicht den Boden verliert.