Schnee stoppt vingegaards triumphzug – paris-nizza wird auf 47 kilometer zusammengestutzt
Die Côte d'Azur verwandelt sich in eine Schneekatastrophe. Statt 138,7 Kilometer werden die Fahrer nur 47 Kilometer in die Alpen-Maritime wüten – ein Schlag ins Gesicht der Traditionsetappe, die sonst die Beine der Touranwärter bricht.

Organisatoren schicken das feld im konvoi zur rettung
Die Entscheidung fiel um 9:17 Uhr im Regen von Nizza. Rennleiter Christian Prudhomme kündigte an, dass das Peloton per Bus bis 47 Kilometer vor dem Ziel kutschiert wird. Grund: Schneefall ab 900 Metern Höhe und vereiste Straßen. Schon am Freitag war das Ziel von Auron (1 600 m) auf Isola (850 m) verlegt worden – jetzt wird auch noch die Anfahrt gestrichen.
Die Maßnahme schont Jonas Vingegaard. Der zweimalige Tour-de-France-Sieger führt mit 2:38 Minuten Vorsprung vor Remco Evenepoel und dürfte morgen mit dem Gesamtsieg durchs Ziel rollen. Für Georg Steinhauser aus dem Allgäu, aktuell Dritter und Träger des weißen Trikots, bedeutet das: Keine Attacke mehr, keine Show auf der letzten Steigung.
Paris-Nizza gilt als „Rennen zur Wahrheit“, doch diesmal lügt das Wetter. In 96 Jahren Geschichte wurde die Etappe schon wegen Schnees verkürzt – 2008, 2013, 2021. Die Folge: Ein verkappter Zeitfahren-Tag, der die Klassiker-Helden entmutigt. Mechaniker packen bereits die dicken Reifen ein, die Busfahrer checken die GPS-Koordinaten. Die Straße von Nizza nach Auron bleibt heute leer – nur Rettungsfahrzeuge rattern durch die Schneemassen.
Für die Teams heißt es umschulen: Warmhalten, Muskeln locker, aber kein Risiko. Die Direktoren rechnen mit einer Durchschnittstemperatur von drei Grad am neuen Zielort. Die Fans, die seit Tagen am Col de la Lombarde campieren, schaufeln ihre Zelte frei und trinken heißen Kaffee aus Thermoskanne. Die Bilder werden viral – ein Radsport-Wintermärchen im März.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Selbst die besten Planer kapitulieren vor dem Klima. Vingegaard kann morgen das Gelbe Trikot überstreifen, ohne noch einmal in die Pedale zu treten. Und Steinhauser? Der darf sein Weißes behalten – geschenkt vom Schnee.
