Russell lässt vierjährigen strahlen, antonelli lässt ihn alt aussehen

George Russell fuhr in Suzuka mit einem Kindersticker auf dem Helm – und trotzdem wurde er von einem Teamkollegen zum Kind gemacht.

Kimi Antonelli, 19, schraubte sich mit Start-zu-Ziel-Sieg beim Japan-GP an die Spitze der WM-Tabelle und machte Russell mit seinem Gute-Laune-Projekt zum Nebenschauplatz. Mercedes feiert, der Himmel ist Silber – doch intern brodelt es.

Russells helmkunst war das herz, nicht das rennen

Der Brite hatte sich vor dem Freitagstraining von Sogo ein holografisches Bild auf den Carbon-Kopf kleben lassen: sich selbst und den Vierjährigen in T-Pose, zwei Superhelden in 1:1. Der Junge aus Yokkaichi hatte die Skizze zu Hause mit Filzstiften gemalt, seine Eltern schickten sie an Mercedes – Ende der Geschichte? Nein. Der Sticker landete tatsächlich im Fahrerlager, Sogo durfte Boxengasse statt Sandkasten erleben, schwang sich auf den Wagen, sprach kein Englisch, grinste dafür umso mehr.

Die Aktion ging viral. „Solche Gesten erinnern uns daran, warum wir überhaupt auf die Tribüne stehen“, twitterte ein Fan. Carlos Sainz hatte 2025 in Baku mit Sparkles, dem Einhorn-Aufkleber einer kleinen Patientin, bereits die Messlatte hochgelegt. Russell übernahm den Staffelstab – und landete auf Platz vier. Herz gewinnt, Punkte nur halb.

Antonelli schreibt geschichte – und russells stundenbuch

Antonelli schreibt geschichte – und russells stundenbuch

Während Sogo noch die Carbon-Helm-Version seines Idols in den Händen drehte, flog Antonelli an der Box vorbei – und ließ den silbernen Konkurrenten stehen. Der Italiener kontrollierte das Rennen von der ersten Kurve an, holte den zweiten Sieg in Folge nach China und ist nun jüngster WM-Spitzenreiter aller Zeiten. Statistik: 19 Jahre, 123 Tage – früher war man mit 25 schon Veteran.

Mercedes sitzt auf 97 WM-Punkten, nur drei Punkte vor Ferrari. Die interne Rangfolge aber kippt. Russell liegt 17 Zähler hinter Antonelli, muss sich warm anziehen für die anstehenden Doppel-Wochenenden in Barcelona und Silverstone. Teamchef Toto Wolff lobte nach dem Rennen „beide Jungs“, sprach aber von „Kimi’s Breakthrough“. Code für: Der Job ist neu ausgeschrieben.

Der vierjährige Sogo bekam vor dem Abflug noch ein Autogramm auf seine Zeichnung – und ein Versprechen: „Nächstes Jahr gewinnen wir zusammen.“ Ob er damit Antonelli oder Russell meinte, ließ er offen. Kinder sind ehrlich, Fans erst recht.