Renault twingo e-tech: 22 monate bauzeit, 19 500 euro – jetzt lebt die elektrische stadtikone

Die vierte Generation der Renault Twingo kommt nicht als Retorte daher, sondern als echter Stadtgeist auf 379 cm Länge. Nach 22 Monaten Entwicklungszeit rollt sie ab sofort für 19 500 Euro vom Band – und macht dabei alles richtig, was die Vorgänger versäumten.

Design und verarbeitung: retro-chic trifft auf pixel-led

Die runden Hauptscheinwerfer sind zurück, jetzt als Pixel-LED-Ringe. Die Karosserie wirkt wie aus einem Guss, Nahtspaltmaße unter zwei Millimetern, Lackdicken von 120 µm. Selbst die hinteren Fenster schließen mit doppelten Dichtungen – ein Detail, das man sonst nur im Audi-A3-Sportback findet. 18-Zoll-Felgen? Optionales Extra, 409 Euro. Doch selbst auf Serien-16-Zoll rollt die Twingo mit so viel Souveränität, dass sie die teurere Renault-5-Schwester auf gleicher Plattform schon in der ersten Kurve alt aussehen lässt.

Innenraum: 305 liter kofferraum, verschiebbare rücksitze

Innenraum: 305 liter kofferraum, verschiebbare rücksitze

Innen verwandelt sich der Kleinstwagen in einen Tardis: Durch Verschieben der Einzelsitze plus 17 cm nach vorn wachsen 305 Liter Gepäckvolumen auf über 1 000 Liter. Das Kabel versteckt sich in einem 50-Liter-Fach unter dem Laderaum. Die YouClip-Halter an den Türverkleidungen halten Tablet, Einkaufsnetz oder Leselampe – Zubehör ab 12 Euro. Die 10,1-Zoll-Centralanzeige bedient sich an Google-Android-Automotive, spricht fließend Assistant und lädt 100 weitere Play-Store-Apps.

Antrieb: 60 kw, 175 nm, 27,5 kwh lfp-akku

Antrieb: 60 kw, 175 nm, 27,5 kwh lfp-akku

Der Luft-gekühlte Lithium-Eisenphosphat-Speicher spart 20 % Kosten gegenüber NMC-Zellen, wiegt nur 185 kg und erlaubt 263 km WLTP. Auf der Landstraße schrumpft die Reichweite auf 220 km, weil der kleine Frontmotor mit 14 kWh/100 km zwar sparsam, aber eben nicht bescheiden ist. Wer zuhause eine 11-kW-Wallbox hat, füllt in 2 h 30 min; per 50-kW-DC reicht eine halbe Stunde für 10-80 %. Ohne heimischen Ladepunkt wird die Twingo zur verschmähten Diva.

Fahrdynamik: 9,9 m wendekreis, assymetrische spurweiten

Fahrdynamik: 9,9 m wendekreis, assymetrische spurweiten

Die Hinterachse verzichtet auf Multilink, nutzt einen flexiblen Deformationslenker – 1 200 kg Leergewicht erlauben es. Dafür spürt man jede Bodenwelle, aber nie ein Schlagloch. Bei 130 km/h Spitze und 12,1 s auf 100 km/h ist sie keine Rakete, dafür ein Slotcar in der Stadt. Mit One-Pedal-Modus rollt man bis zum Stillstand, ohne die Bremsberühren zu müssen.

Preise und konkurrenz

Preise und konkurrenz

Evolution kostet 19 500 Euro und bringt Klima, LED, 6,6-kW-AC-Lader. Für Techno (21 100 Euro) gibt es 11-kW-AC, 50-kW-DC, One-Pedal und 18-Zoll-Leichtmetall. Zieht man die 6 000 Euro Umweltprämie ab, steht eine elektrische Neu-Design-Ikone bei 13 500 Euro in der Garage – günstiger als ein Gebrauchter VW e-up! mit 150 km Restreichweite.

Die Twingo E-Tech liefert keine halbe Elektro-Lösung ab, sondern eine ganze: Sie will gesehen, geladen und geliebt werden. Wer bereit ist, den heimischen Stromzähler zur Tankstelle zu erklären, bekommt ein Auto, das in 379 cm Länge mehr Charme und Raffinesse versteckt als manche Limousine mit Drei-Liter-Schild. Die Rechnung ist einfach: 19 500 Euro für 22 Monate Entwicklung – und ein Lächeln, das kein Verbrenner mehr bietet.