Renault schmiedet 36 neue modelle und plant 1400 km reichweite mit range-extender

Paris – Die Ampel auf 2035 steht auf Rot für Verbrenner, doch Renault tritt das Gaspedal durch. Mit dem Plan futuREady wirft der französische Konzern 36 neue Modelle auf die Weltbühne, darunter den Hybrid-SUV Bridger, der 2027 in Indien rollt und ein Jahr später in Europa landet.

Indien baut, europa fährt: bridger wird zum global player

Der Bridger ist kein harmloser Studienzwitter. 4,20 Meter Länge, Plattform der aktuellen Captur, aber mit Gelände-Look, der an die legendären Renault 4 und 5 erinnert. Unter der Haube: ein Vollhybrid-Antrieb, der ohne Steckdose auskommt und trotzdem unter 100 g CO₂ bleibt. Produktionsstandort Chennai, Exportziel Italien 2028. Die Margen sollen sich durch indische Fertigungskosten und europäische Verkaufspreise verdoppeln.

Parallel dürstet Dacia nach oben. Die neue Striker hebt die Preisliste auf 25 000 Euro an, bietet Hybrid und LPG im selben Blechkleid. Bis 2030 wächst die Dacia-Elektro-Palette von einem auf vier Modelle – ein Quantensprung für eine Marke, die vor fünf Jahren noch auf den Sandero spezialisiert war.

800-Volt-architektur und range-extender: renaults doppelstrategie

800-Volt-architektur und range-extender: renaults doppelstrategie

Renault baut nicht nur Autos, sondern auch Spannung. 800 Volt sollen künftig Serie sein, geladen wird mit bis zu 350 kW. Die neue modulare EV-Plattform verspricht 750 Kilometer Akkureichweite – und satte 1400 Kilometer mit Range-Extender. Dabei dient ein kleiner Benziner nicht als Antrieb, sondern als Stromerzeuger für die Batterie. Ein Verfahren, das BMW bei der i3 versenkt hatte und das Renault nun wieder auferstehen lässt.

Die E-Tech-Hybrid-Reihe lebt ebenfalls weiter. Motoren unter 150 PS sollen ab 2026 in Stadt-SUVs Einzug halten und die Flottenziele der EU schon vor 2035 erfüllen. Alpine erhält einen elektrischen Nachfolger der A110 – doch auf Wunsch auch mit Verbrenner. Der Kunde entscheidet, der Hersteller liefert.

Die Botschaft aus Guyancourt ist klar: Wer nur auf Elektro setzt, verliert. Wer nur auf Hybrid baut, auch. Renault setzt auf beides – und auf 36 neue Chancen, die Kurve vor der 2035er-Mauer noch zu kratzen.