Pirovano schockt kvitfjell: italienerin räumt abfahrt-thron ab

Laura Pirovano hat die Alpenwelt auf den Kopf gestellt. Die 28-jährige Italienerin raste am Samstag über die Olympiabahn von 1994, schob sich in 1:52.98 Minuten an allen vorbei – und nahm zum ersten Mal die kleine Kristallkugel in Empfang.

Die Favoritinnen? Schauten nur. Kira Weidle-Winkelmann hatte mit ihrer 1:53.24 noch die Bestzeit gehalten, als plötzlich Pirovano den Hang hinunterknallte. 26 Hundertstel Vorsprung reichten. Gold, Kugel, Karriere-Krönung.

Deutsche bleiben hinter den erwartungen

Weidle-Winkelmanns zweiter Platz ist ein Silberstreif, aber die Gesamtweltcup-Lücke zu Mikaela Shiffrin bleibt ein Abgrund: 95 Punkte trennen die Garmisch-Partenkirchnerin von der US-Ikone. Emma Aicher landete auf Rang fünf – für die 23-Jährige ein Dämpfer im Kampf um die große Kugel.

Die Österreicherin Cornelia Hütter schaffte nur Platz sechs, Kvitfjell-Liebling Kajsa Vickhoff Lie rutschte nach einem Fehler im Mittelstück auf Position elf ab. Für Norwegen lief es besser: Mina Fürst Holtmann wurde Dritte, 0.39 Sekunden hinter Pirovano.

Schweizer verpassen punkteränge

Schweizer verpassen punkteränge

Corinne Suter war beste Schweizerin – und das reichte nur für Rang sechs. Die übrigen Swiss-Ski-Läuferinnen blieben ohne Punkte. Ein Tag, der in der Alpenrepublik für Stirnrunzeln sorgt.

Pirovano indes strahlte wie eine Lampe: „Ich habe heute alles rausgeholt, jedes Risiko genommen. Die Kugel ist der Lohn für zehn Jahre harte Arbeit.“ Die Italienerin hatte vor dieser Saison noch nie eine Weltcup-Abfahrt gewonnen – jetzt führt sie die Disziplinenwertung an. Das nächste Rennen ist in zwei Wochen in La Thuile. Dort will sie beweisen, dass Kvitfjell kein Zufall war.