Piastri dominiert melbourne: mclaren schlägt zurück
Oscar Piastri hat am ersten Freitag der Formel-1-Saison 2026 in Melbourne eine klare Botschaft an die Konkurrenz gesendet: 1:19.729 Minuten, Bestzeit im zweiten freien Training, vor dem heimischen Publikum des Albert Park. McLaren ist zurück – und wie.
Das kräfteverhältnis dreht sich innerhalb weniger stunden
Morgens gehörte die Strecke noch Ferrari. Charles Leclerc und Lewis Hamilton sorgten in FP1 für Aufsehen, Leclerc mit der Bestzeit in 1:20.267, Hamilton knapp dahinter. Die Scuderia schien bereit. Dann kam der Nachmittag – und alles änderte sich.
Piastri fuhr die Konkurrenz in Grund und Boden. Zwei Zehntel Vorsprung auf die beiden Mercedes von Kimi Antonelli und George Russell, die ihrerseits das stärkste Bild der Silberpfeile seit Jahren abgaben. Nicht nur auf dem fliegenden Runde, sondern auch im Longrundurchschnitt. Wer behauptet, Mercedes sei in dieser Saison ein ernsthafter Titelanwärter, der liegt gerade nicht falsch.
Ferrari: da, aber mit fragezeichen
Hamilton landete auf Platz vier, Leclerc auf fünf. Die Roten haben mitgemacht, aber die große Geste fehlte im Nachmittagstraining. Beide Piloten suchten noch die Abstimmung, beide gerieten kurzzeitig ins Kiesbett. Kein Drama – aber auch kein Befreiungsschlag.
Was bleibt: Der Auftakt ist solide. Die SF-26 hat Potenzial, das ist nicht zu übersehen. Ob es für den Sieg am Sonntag reicht, steht auf einem anderen Blatt.

Verstappen im kiesbett, norris ohne rhythmus
Für Max Verstappen lief es deutlich weniger rund. Ein Antriebsproblem in der Boxengasse, dann ein heftiger Ausritt durch übersteuern bei hoher Geschwindigkeit – möglicher Unterbodenschaden an der Red Bull. Sechster Platz, aber mit einem unguten Gefühl. Lando Norris, amtierender Weltmeister, verpasste den Großteil von FP1 wegen eines Getriebeaustauschs und kam im Nachmittagstraining nicht über Platz sieben hinaus. Kein Katastrophenszenario, aber für einen Titelverteidiger auch kein beruhigender Start.

Zuverlässigkeit als stilles thema dieses wochenendes
Schon am ersten Tag machte die Technik mehreren Teams das Leben schwer. Sergio Pérez blieb mit Cadillac wegen eines Sensordefekts auf der Strecke liegen. Carlos Sainz musste seine Williams mit einem mechanischen Problem vorzeitig abstellen. Und dann ist da noch Aston Martin.
Nach den aufsehenerregenden Aussagen von Adrian Newey am Donnerstag bestätigte das Team in der Praxis, was viele befürchtet hatten. Alonso absolvierte in FP1 keinen einzigen gezeiteten Runde – Probleme an der Power Unit. In FP2 drehte er immerhin 18 Runden, landete aber auf dem letzten Platz mit 1:24.662. Lance Stroll war noch langsamer. Aston Martin steckt tief in der Krise, und Neweys Worte klingen plötzlich wie eine Warnung, keine Entschuldigung.

Die überraschung des tages heißt lindblad
Während die Großen kämpften, lieferte ein Neuling die schönste Geschichte des Tages. Arvid Lindblad, Debütant bei Racing Bulls, fuhr in FP2 auf den achten Platz – 1:20.922. Bemerkenswert für einen Fahrer, der sein erstes Formel-1-Wochenende erlebt. Ein Kontakt mit Russell in der Boxengasse wird noch untersucht, aber die Rundenzeit spricht für sich.
Audi platzierte Nico Hülkenberg auf Rang zwölf und Gabriel Bortoleto auf vierzehn. Alpine blieb mit Gasly auf 16 und Colapinto auf 18 deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Was samstag bringt
Das Gesamtbild nach diesem ersten Freitag: Vier Teams auf engstem Raum, Zuverlässigkeitsprobleme als Joker, und ein Energiemanagement, das in der Rennsimulation noch niemand vollständig durchdacht hat. Das Qualifying am Samstag um 6:00 Uhr MEZ wird zeigen, wer die Nacht besser genutzt hat. Piastri hat den Ton angegeben – Melbourne gehört ihm vorerst.
