Omoda 7 shs-p im test: chinas crossover mit tücken
Ein Crossover, der auf den ersten Blick beeindruckt – und auf den zweiten ein paar unangenehme Wahrheiten offenbart. Die Omoda 7 SHS-P ist das dritte Modell des chinesischen Marke Omoda auf dem italienischen Markt, und ich sage es direkt: Sie ist kein schlechtes Auto. Aber sie ist auch kein einfaches.
279 Ps, plug-in-hybrid und ein antrieb, der geduld verlangt
Unter der Haube arbeitet ein 1,5-Liter-Turbobenziner im Miller-Zyklus mit vier Zylindern, der 143 PS leistet. Dazu kommen zwei Elektromotoren – einer für den Antrieb, einer für die Batterieladung – die zusammen 204 PS beisteuern. Das ergibt ein Systemleistung von 279 PS und ein maximales Drehmoment von 365 Nm. Klingt nach Sport. Ist es aber nicht.
Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 8,4 Sekunden – ordentlich, aber nicht aufregend. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Was wirklich zählt: Die Batterie mit 18,4 kWh Kapazität ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von bis zu 128 Kilometern im Stadtverkehr, im Schnitt 92 Kilometer. Die Gesamtreichweite soll bei 1.200 Kilometern liegen. Das ist eine Ansage.
Was das interieur tatsächlich kann
Bevor man über die Schwächen spricht, muss man dem Innenraum Respekt zollen. Der 15,6-Zoll-Infotainment-Bildschirm lässt sich bis vor den Beifahrersitz verschieben – ein echter Hingucker, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Wireless Apple CarPlay und Android Auto funktionieren reibungslos. Die Materialien fühlen sich wertig an, die Sitze sind bequem, und selbst die Fondpassagiere bekommen integrierte Kopfstützen aus demselben Material wie vorne.
Dazu kommt eine induktive Smartphone-Ladefunktion mit bis zu 40 Watt – das ist kein Marketingversprechen, das funktioniert wirklich. Kofferraum? Zwischen 537 und 1.294 Liter. Wer Platz braucht, wird nicht enttäuscht.

Die ehrlichen schwächen, die kein prospekt nennt
Hier wird es interessant. Das Fahrwerk der Omoda 7 ist auf Komfort ausgelegt – und das ist keine Kritik, sondern eine Feststellung, die man kennen muss. Wer erwartet, einen sportlichen Crossover zu bewegen, liegt falsch. Hektische Beschleunigungen, harte Bremsmanöver, aggressive Kurvenfahrten: Das ist nicht die Welt dieses Autos. Es will gleiten, nicht rasen.
Die Sicht nach hinten ist miserabel. Das Heckfenster ist schlicht zu klein für ein Fahrzeug dieser Dimensionen – 4.660 mm lang, 1.875 mm breit, 1.670 mm hoch. Einparken ohne Kamera? Viel Glück. Und das Lenkrad mit seinen zwei Speichen und den zahlreichen Bedienelementen braucht eine Eingewöhnungsphase, die kein Händler in der Probefahrt einplant.

Preise, laden und das, was man wirklich wissen muss
Die Omoda 7 SHS-P startet in der Ausstattung Pure bei 38.900 Euro – mit 19-Zoll-Felgen und Voll-LED-Scheinwerfern. Die Premium-Version mit 20-Zoll-Rädern und Panoramadach kostet ab 41.900 Euro. Für das, was geboten wird, ist das kein schlechtes Angebot.
Beim Laden: In der Gleichstromvariante mit 40 kW kommt man in 20 Minuten von 30 auf 80 Prozent. Mit Wallbox bei 6,6 kW dauert eine vollständige Ladung von 25 auf 100 Prozent rund 2 Stunden 40 Minuten. Der gewichtete CO₂-Ausstoß liegt bei 53 g/km – ein Wert, der Steuervorteile in mehreren europäischen Märkten öffnet.
Omoda ist in Europa noch ein unbeschriebenes Blatt. Aber die 7 SHS-P zeigt, dass der Chery-Konzern es ernst meint. Nicht perfekt, nicht für jeden – aber für 38.900 Euro ein Fahrzeug, das viele deutsche Konkurrenten in der Ausstattungsliste alt aussehen lässt.
