Nissan skyline r34 aus „2 fast 2 furious“ taucht nach 18 jahren auf – stand in einem norwegischen wohnzimmer

Ein Silber-blauer Skyline GT-R R34, der mit Paul Walker durch Miami raste, galt als verschollen. Nun zieht er aus einem Wohnzimmer in Norwegen in den Hamburger Showroom von Chrome Cars – und lässt Sammler-Herzen über 1,2 Millionen Euro springen.

Die stunt-limousine, die keiner mehr fand

„Hero 1“ stand nie zur Debatte. Die makellose Hauptdarstellerin behielt Universal Studios nach den Dreharbeiten zu „2 Fast 2 Furious“ (2003) und schickte sie auf Messe-Tour. Von den fünf für Stunts und Detail-Aufnahmen gebauten Boliden aber rissen die Spuren ab. Einer landete im Studio-Park von Los Angeles, ein anderer wurde nach seinem spektakulären Sprung über eine Zugbrücke als Wrack verschachert – und wiederaufgebaut. Die restlichen R34? Verschwunden in Privatgaragen, so lautete das einzige Gerücht.

Chrome-Cars-Mitarbeiter fanden im Frühjahr 2024 den Beweis, dass mindestens einer der Wagen nie die USA verließ. Eine norwegische Kontaktanfrage enthielt Fotos: LB-Performance-Widebody, Originallackierung, Chassis-Nummer auf „Screen-Used“-Datenbanken abgeglichen – Match. Was folgte, liest sich wie ein Heist-Movie.

Ein sammler riss sich das dach auf – für ein auto im wohnzimmer

Ein sammler riss sich das dach auf – für ein auto im wohnzimmer

Der Besitzer hatte 2008 die Skyline über einen US-Händler erworben, zolltechnisch in die EU verbracht und dann direkt durchs Wohnzimmerdach gehievt. Stahlträger trugen das 1,6 Tonnen schwere Metall-Relikt über dem Ledersofa. Plexiglaswand, LED-Beleuchtung, Klimaanlage – ein Tempel für einen Kult-GT-R. „Er wollte sie nie mehr herausgeben“, sagt Chrome-Cars-Geschäftsführer Michael Möller. „Wir mussten ihm erst ein Angebot machen, das höher lag als der Wert seines Hauses.“

Die Extraktion dauerte zwei Tage. Baukran, Statiker, provisorie Dichtplane – dann glitt der Boliden erneut durch ein provisorisches Loch. Kein Kratzer. Der Zustand: 14.000 Kilometer auf der Uhr, original Getriebe, Turbolader überholt, aber Innenraum nach 18 Jahren Staub und Trockenheit spröde. Restauratoren werden nun Alcantara und Kohlefaser-Armaturenbrett erneuern, die Motorsport-Abgasanlage jedoch belassen – sie trägt Walkers Initialen eingraviert.

Warum dieser fund den markt für film-autos sprengt

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Die Auktion von Paul Walkers eigenem GT-R R35 im Januar 2021 schlug mit 1,23 Millionen Euro ein. Kein offizieller Stunt-Wagen, nur ein privates Sammlerstück. Die entdeckte R34 hingegen fuhr in Frame-for-Frame-Erkennungsszenen – das macht sie laut Hagerty-Experte Stefan Bratke zur „wertvollsten japanischen Film-Automobile aller Zeiten“. Chrome Cars listet sie bei 1,4 Millionen Euro, doch schon jetzt buhlen Investoren aus Dubai und Los Angeles um Vorkaufsrechte.

Die nächste Stufe der Hype-Maschine folgt im Mai: Auf dem Legend-Boardwalk in Monaco soll der Wagen neben der „Eleanor“ Mustang und der „Miami-Vice“ Daytona stehen – erstmals seit 2006 wieder auf öffentlichem Asphalt. Für Fans der Reihe ist das mehr als Nostalgie. Es ist der Beweis, dass auch nach 18 Jahren in einem Wohnzimmer ein Turbo noch lautstark nach Rache schreit – und dass Hollywood-Röhren nie wirklich verschwinden, sie warten nur auf das nächste Kapitel.