Nissan micra 6: jetzt lautlos durch rom – 416 km reichweite, 29.500 euro

Der Smog von Rom schmeckt plötzlich nach 1992. Damals eroberte die K11 die Stadt, heute kehrt die Micra zurück – nur dass der Benzingeruch fehlt. Die sechste Generation rollt ausschließlich mit Strom, und sie rollt gut.

Design gegen die wand der zeit

400 cm Länge, 180 cm Breite, 254 cm Radstand: Die Zahlen klingen nach Spielzeug, doch die Karosse wirkt erwachsen. Die Ellipsen in den Leuchten zitieren die K12, während das Dach sich fast wie ein Coupé nach hinten zieht. Die Französinnen Renault 4, 5 und Alpine A290 teilen sich den AmpR-Small-Boden, aber die Micra versteckt die Verwandtschaft hinter rundlichen Kotflügeln und einem verschlossenen Kühlergrill. In Nissans Londoner Design-Center haben sie gelernt: Weich ist das neue aggressiv.

Batterie-poker mit zwei karten

Batterie-poker mit zwei karten

Wer 29.500 Euro hinlegt, bekommt 90 kW/120 PS und 317 km Reichweite aus 40 kWh LFP-Zellen. Wer 34.400 Euro zahlt, darf 110 kW/150 PS und 416 km aus 52 kWh NMC-Akku jagen. Beide Varianten saugen an DC-Säulen in 30 Minuten von 15 auf 80 Prozent. Die Ladekurve flacht früh ab, doch das verschweigt Nissan lieber. Die 1,5 Tonnen Gewicht stehen dafür auf 15-Zoll-Rädern, die dank Tiefbett-Optik nach mehr aussehen.

Roms pflaster als prüfstand

Roms pflaster als prüfstand

Von der Via del Corso bis zur GRA stoppt nichts, ausser der Verkehr. Die 150-PS-Version schiesst aus jeder Lücke, 8,0 Sekunden bis 100 km/h, Spitze 150 km/h – mehr verlangt kein Mensch in der Stadt. Eco-Modus drosselt auf 14,8 kWh/100 km, Comfort hält 14,7 kWh. Die Hinterachse schluckt Schlaglöcher wie ein Taxi, der Akku im Fussboden senkt den Schwerpunkt, sodass Kurven nicht mehr nach Kenterwinkel riechen. Wer hinten sitzt, wünscht sich trotzdem Schuhe in Grösse 38 – oder enge Freunde.

Was bleibt, ist ein blick nach vorn

Was bleibt, ist ein blick nach vorn

Die Heckscheibe ist klein, die Rückfahrkamera gross. Das 10,1-Zoll-Duo spielt Google-Maps und Spotify, aber die Sprachsteuerung versteht „Mamma mia“ erst nach dem dritten Anlauf. Dafür passt der Einkaufsraum von 326 Litern auch für einen Fussballkoffer, und die 1,1 m³ Ladefläche schluckt zwei Bierkisten plus Torwand. Nissan nennt das „Urban-Outdoor“, wir nennen es Alltag.

Am Ende steht eine Zahl: 2050. Dann will Nissan in Europa klimaneutral sein. Die Micra ist kein Konzept, sondern ein Datum. Wer heute zulegt, fährt nicht nur leise durch Rom – er fährt direkt in die Strategie des Konzerns. Und die beginnt nicht morgen, sondern jetzt, an der nächsten roten Ampel, wo der Benziner nebenan röhrt und du nur noch das Satellitenradio hörst.