Neuer wieder verletzt: hamann prophezeit das aus im sommer

Manuel Neuer raus, Dietmar Hamann laut: „Die Tendenz geht dahin, dass er im Sommer aufhört.“ Mit diesem Satz sprengt der Ex-Nationalspieler die Bayern-Welt, während der Klub offiziell einen Muskelfaserriss in der linken Wade bestätigt. Drei Sätze, ein Paukenschlag – und eine Karriere, die sich mit 39 Jahren erneut auf Null fährt.

Der körper sendet stoppsignale

Neuer war gerade mal 45 Minuten zurück, hatte gegen Gladbach die Pause mit einem 4:1 auf der Uhr, da blieb er in der Kabine. Kein Handschlag, kein Wink, nur Stille. Ein Tag später die Diagnose: kleiner Riss, große Wirkung. Die Ausfälle gegen Frankfurt und Dortmund hatten ihn vorgewarnt, doch der ehemalige Weltmeister wollte es noch einmal wissen. Nun droht erneut das Aus für das Achtelfinale der Champions League gegen Atalanta Bergamo – Hinspiel Dienstag, Rückspiel acht Tage später. Zehn Tage Pause, die nach Hamanns Rechnung nicht reichen werden.

Der Ex-Liverpool-Star sitzt im Sky-Studio, zählt die Minuten herunter: „Er wird die beiden Spiele gegen Bergamo ausfallen. Und dann? Dann wird der Verein sich fragen, ob sich die Belastung noch lohnt.“ Die Antwort liefert er selbst: „Die Karriere neigt sich dem Ende zu.“

Bayern steht vor einem torhüter-dilemma

Bayern steht vor einem torhüter-dilemma

Die Münchener Verantwortlichen schweigen bislang. Kein Kommentar zur Zukunft, keine Prognose, nur die trockene Mitteilung über den Muskelfaserriss. Doch intern ist man längst im Krisenmodus. Mit Daniel Peretz und Jonas Urbig stehen zwei junge Keeper bereit, doch keiner von ihnen ist Neuer. Keiner bietet die Souveränität, mit der der Kapitän seit 2011 die Bayern-Bügel verschlossen hat.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit seinem Schlüsselbeinbruch 2022 verpasste Neuer 29 Pflichtspiele, 13 davon wegen Waden- oder Muskelproblemen. Das Bein, einst seine stolze Antenne, wird zur Achillesferse. Wer sich mit 39 Jahren alle zwei Monate reparieren lassen muss, baut keine Saison auf, sondern rettet Wochen.

Und die Konkurrenz wartet nicht. Alexander Nübel läuft in Stuttgart auf, die Klausel für 2025 ist aktiviert. Jan Sommer liefert in Mönchengladbach Wochenbestleistungen ab. Die Bayern haben Optionen, doch keine davon trägt die Handschrift von Neuer.

Der abschied rückt in greifbare nähe

Hamanns These ist kein Solo, sie ist ein Echo. In den vergangenen Monaten häufen sich die Signale: Neuer fliegt mit der Nationalmannschaft nicht mehr, absolviert Einheiten mit Athletic-Coach Dr. Andreas Schlumberger, verlängert seinen Vertrag bis 2025 – bislang nur mündlich. Ein Papiertiger namens Zukunft.

Seine Mitspieler wissen Bescheid. Nach dem Gladbach-Spiel schüttelten sie ihm die Hand, klopften auf die Schulter, sagten nichts. Schweigen als Kompliment. Weil sie wissen, dass jeder Satz zu viel wäre.

Die Entscheidung wird fallen, sobald der Rasen trocken ist und die Saison 2024/25 ihre Geschichten geschrieben hat. Dann steht der Rekordmann vor der Frage: Noch ein Comeback oder ein Schlussstrich, bevor der Körper den Stift übernimmt? Hamann hat schon geantwortet. Der Rest ist Timing – und ein letzter Sprint, der vielleicht schon zu Ende ist.