Nagelsmann muss umplanen: urbig fällt, dahmen rückt nach – bayern droht torwart-crash
Knallhart kommt die Nachricht nur 24 Stunden vor dem Schweizer Testspiel: Jonas Urbig, gerade erst erstmals für den DFB nominiert, verlässt das Team mit einer Kapselzerrung im rechten Knie. Julian Nagelsmann reagiert sofort und bestellt Finn Dahmen aus Augsburg nach – ein Transfer, der die Bayern-Angst in die Höhe treibt.
Die verletzungswelle frisst sich durch den kader
Mit Aleksandar Pavlovic, Felix Nmecha und Jamie Leweling hatte Nagelsmann bereits drei Ausfälle verkraften müssen. Nun also Urbig, der 22-jährige Bayern-Talent, das sich in den vergangenen Wochen mit Glanzparaden selbst ins Ramplicht gespielt hatte. Die Kapselverletzung wirft ihn zurück – und die Münchener in ein neues Dilemma.
Manuel Neuer fehlt weiterhin, Sven Ulreich und Leon Klanac sind ebenfalls verletzt. Urbig sollte die Lücke stopfen, doch nun droht den Rekordmeistern nach der Länderspielpause erneut Leonard Prescott, 16 Jahre jung, als Notlösung zwischen den Pfosten.

Dahmen bekommt die zweite chance
Finn Dahmen war beim Oktober-Lehrgang noch außen vor, nun darf er sich in Basel beweisen. Der 27-Jährige kennt Nagelsmanns Anforderungen, hat aber nur 90 Minuten Länderspielzeit auf dem Zähler. Gegen die Schweiz und Ghana bekommt er die Bühne, sich für künftige Turniere zu empfehlen – oder zu zeigen, warum er zuletzt nicht dabei war.
Die Testspiele sind für den Coach mehr als nur Pflichtübungen. Sie sind ein Seismograph für den Zustand seiner Mannschaft, vier Monate vor der WM. Jeder Ausfall verändert die Karten neu.
Im DFB-Lager will man sich nicht beklagen. „Wir haben genug Qualität“, sagt ein Betreuer, „aber die Reihe der Verletzten ist schon bemerkenswert.“ Die Mediziner arbeiten rund um die Uhr, die Spieler werden einzeln betreut, trotzdem bleibt ein Gefühl von Porzellanhaus.
Für Urbig beginnt nun der harte Weg zurück. Die erste A-Nominierung ist gebrochen, die Bayern-Karriere stockt. Und für Nagelsmann? Er muss weiter improvisieren, während die Uhr bis zur WM tickt. Die Nervosität wächst – im Verein wie im Verband.
