Motorrad-boom in italien: verkäufe springen um 8,6 % – e-motorräder abstürzen

Die italischen Straßen bekommen mehr PS. 24 768 Motorräder und Scooter rollten im Februar 2026 neu zugelassen aus den Händlerhallen – ein Plus von 10,2 % gegenüber dem Vorjahr. Zieht man den Januar mit ins Boot, wächst der Markt im ersten Doppelmonat um satte 8,6 %. Die Krux: Wer elektrisch fahren will, muss zusehen, wie die Auswahl schrumpft.

Abenteuer statt strom – das volk will benzin

Kein Segment zieht so stark an wie die Motorräder: 10 593 Neuzulassungen bedeuten +11,6 % im Februar und +13,6 % seit Jahresbeginn. Honda setzt mit der Africa Twin die Latte auf 621 Stück und erobert die Spitze der Bestenliste. BMW folgt mit der R 1300 GS (453) und der Adventure-Variante (407). Ducatis Multistrada V4 ist als einzige Italienerin unter den Top Ten platziert – 305 Mal auf italischem Kennzeichen.

Die Scooter wachsen moderater, aber konstant: +8,8 % im Februar, +4 % im Januar. Honda dominiert hier das Podest mit der SH 125 (2 973), SH 150 (2 043) und SH 350 (1 495). Yamaha hält mit dem TMAX (686) die Fahne der Maxi-Scooter hoch. Kleinklasse-Mopped? Eher Rodeo: Die Ciclomotori legen im Doppelmonat um 25,7 % zu, ein Volumen, das zwar nur 853 Einheiten ausmacht, aber in der Prozentangabe glänzt.

E-mobilität versackt – minus 50 % im februar

E-mobilität versackt – minus 50 % im februar

Während Benziner jubeln, verödet die Steckdose. Elektrische Motorräder und Leichtkrafträder brachen im Februar um 50,9 % ein, auf 615 Stück im Jahresverlauf. Das liegt nicht an mangelndem Kundenwunsch, sondern an leeren Förderkassen. Der italische Öko-Bonus ist ausgelaufen, ein Nachfolger steht noch in der Garage. Auch bei den Quadricicli zeigt sich das Bild: Benziner hoch, E-Variante runter. Die mit Verbrenner schießen um 216 % nach oben, die Elektro-Versionen halbieren sich nahezu (-46,1 %).

Confindustria Ancma schickt einen wichtigen Hinweis hinterher: Die Vorjahreszahlen waren durch den Euro-5-Endspurt verzerrt. Zahlreiche Händler hatten 2024 Modelle auf Halde genommen, um der neuen Euro-5+-Norm zu entgehen. Die jetzigen Pluswerte basieren daher auf einem niedrigeren Vergleichsniveau. Ob der Trend anhält, entscheidet sich ab April, wenn die traditionell stärkeren Verkaufsmonate anlaufen.

Wer profitiert? honda, bmw und die reise-enduros

Wer profitiert? honda, bmw und die reise-enduros

Die Zeichen stehen auf Fern-Reise. Neun der zehn meistverkauften Modelle sind Adventure- oder Touring-Maschinen. Die Kawasaki Z 900 ist als einzige Nacked-Bike dabei – ein Verdienst ihrer agilen Preisgestaltung. Auch bei den Marktanteilen gewinnt, wer globale Skaleneffekte hat: Honda führt mit 18,4 % aller Zulassungen, vor Piaggio (14,1 %) und Yamaha (11,2 %).

Die Branche blickt nach Brüssel. Die EU plant schärfere Flottenverbrauchsvorgaben für 2027. Hersteller, die nicht genug Elektro-Modelle im Programm haben, drohen Strafzahlungen. Genau diese Modelle aber kaufen Italiener gerade nicht. Die Diskussion um einen neuen Kauf-Anreuer läuft auf Hochtouren – doch bis die Politik liefert, heißt es tanken, nicht laden.

Die Ampel steht auf Grün – zumindest für Benzin. Die Frage ist nur, wie lange noch.