Motogp: start-chaos zwingt zur kursänderung – sicherheit geht vor!
Die MotoGP-Szene ist erschüttert: Nach den turbulenten Starts in Montmeló und Ungarn reagiert die Verantwortlichenschaft mit drastischen Maßnahmen. Es geht um mehr als nur eine Anpassung – es geht um die Sicherheit der Fahrer und das Image des Rennsports.
Mehr platz, weniger risiko: die neue startstrategie
Die Bilder der Kollisionen in Barcelona und Ungarn sind noch frisch im Gedächtnis. Johann Zarco, gefangen im Netz eines Kettenreaktion, und das Chaos in der ersten Kurve in Ungarn – diese Szenen haben die Diskussion um die Sicherheit der MotoGP-Starts neu entfacht. Nun soll das Ausweichen vor weiteren Unfällen mit einer modifizierten Startaufstellung gelingen. Statt der bisherigen drei Motorräder pro Reihe sollen künftig nur noch zwei nebeneinander starten. Eine Lösung, die den Abstand vergrößert, die Aufstellung verlängert und somit das Risiko von Massenstürzen minimiert.
„Wir arbeiten an einem anderen Startdesign mit mehr Platz zwischen den Fahrern“, bestätigte Sportdirektor Carlos Ezpeleta bereits in Mugello. Die Teams haben grundsätzlich zugestimmt, doch die Bewährungsprobe steht bereits vor der Tür: Der nächste Grand Prix in Brno (21. Juni) und der Sachsenring (12. Juli) werden zeigen, ob die neue Strategie greift. Die finale Genehmigung durch den Grand Prix Commission steht natürlich noch aus. Ezpeleta betonte aber auch die Komplexität der Angelegenheit: „Eine Änderung der Startaufstellung ist eine sehr, sehr große Änderung im Championship und manchmal muss man auch die Rennstrecken anpassen.“
Die Sprintrennen im Fokus: Ein Blick nach Formel 1
Doch nicht jeder ist überzeugt, dass der größere Abstand allein die Lösung ist. Carlo Pernat, erfahrener Manager und Motorsportexperte, plädiert für eine Reform der Sprintrennen: „Man kann keine 44 Starts haben. Diese Weltmeisterschaft ist drei unserer alten wert. Man muss die Sprintrennen angehen. Da sollte man sich an die Formel 1 orientieren. Sechs, sieben davon – das hätte einen anderen Sinn.“ Pernat sieht die Gefahr, dass zu viele Stürze am Wochenende das Spektakel trüben und den Zuschauern den Spaß verderben. „Die Leute haben Karten gekauft, und dann fehlt das Showprogramm.“
Neben der Startaufstellung wird auch die Frage nach den sogenannten „Abbassatori“ (Startvorrichtungen) diskutiert. Diese sollen ab 2027 verboten sein, und es gibt Überlegungen, dieses Verbot vorzuziehen. Massimo Rivola mahnt jedoch zur Besonnenheit: „Wir sprechen mit der MotoGP, um zu verstehen, was man tun kann, um die Sicherheit zu verbessern“, so Rivola nach dem Vorfall in Ungarn. Es geht darum, die MotoGP nicht zu entfremden, während man gleichzeitig die Sicherheit erhöht. Die Maschinen sind schneller, komplexer und schwieriger zu beherrschen – besonders in Kurvenkämpfen. Der Start war oft ein Lotterie.
Die Rennen in Brno und am Sachsenring werden entscheidend sein. Sie werden zeigen, ob die MotoGP den richtigen Weg einschlägt, um das Spektakel zu erhalten und gleichzeitig die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten. Die Zeit drängt, denn die nächste Saison steht schon vor der Tür.

Die fahrer müssen verantwortung übernehmen
Carlo Pernat sieht eine weitere wichtige Rolle für die Fahrer selbst: „Die Fahrer müssen einen Verband gründen und ihre Karten auf den Tisch legen, so wie es die Hersteller und andere tun.“ Nur durch gemeinsames Handeln und ein hohes Sicherheitsbewusstsein kann die MotoGP ihren Ruf als eine der aufregendsten und sichersten Motorsportserien der Welt verteidigen.
