Montoya rast ferrari erneut: „das war strategie-selbstmord in melbourne“

Schon wieder. Die roten Autos starten mit Vollgas, verzocken sich am Boxensteg und sehen am Ende nur Silber vor sich. Juan Pablo Montoya schüttelt nach dem Grand Prix von Australien 2026 den Kopf: „Nicht schon wieder!“

Die Szene Minute 19: Virtuelles Safety-Car, Führung liegt bei Charles Leclerc, Lewis Hamilton lauert auf P3. Mercedes ruft George Russell und Kimi Antonelli rein, Ferrari lässt beide Fahrer draußen. Was folgt, ist ein Déjà-vu mit 340 km/h.

Montoya: „zehn teams tanken, eins guckt – das kann kein zufall sein“

Der Kolumbianer, heute Analyst bei F1 TV, kriegt vor laufender Kamera Lautsprecher-Stimme: „Man hätte mindestens splitten müssen, ein Auto rein, eins raus.“ Stattdesen schickt Teamchef Frédéric Vasseur seine Piloten auf abgewetzte Reifen ins Feld und hofft auf ein zweites Safety-Car. Es kommt nicht.

Die Rechnung geht nicht auf. Russell und Antonelli unterschneiden Leclerc nach dem Stopp, Hamilton verliert später auch noch gegen Lando Norris. Am Ende steht Ferrari mit null Punkten Rückstand da – und mit dem zweiten verlorenen Sieg innerhalb von 24 Rennkilometern seit Abu Dhabi 2025.

„Wir haben letztes Jahr gejammert, Ferrari sei zu zahm – und jetzt dieselbe Leier“, spuckt Montoya ins Mikro. „Irgenwann muss doch jemand fragen: ‚Sind wir wirklich die Einzigen, die es richtig machen?‘“

Vasseur verteidigt sich: „phase kam zu früh für ein-stopp“

Vasseur verteidigt sich: „phase kam zu früh für ein-stopp“

Der Franzose zieht die Statistik-Karte: Reifen weich, Temperatur 22 Grad, Strecke 5,3 Kilometer. „Ein früher Stopp hätte uns auf harte Mischung gezwungen, das wäre ein Eigentor geworden.“ Doch genau diese Härte bewies sich im Rennen als Goldwert. Pirelli bestätigt: Die Reifen hielten 42 Runden, zwölf mehr als simuliert.

Die Daten lügen nicht. Nach dem Reifenwechsel fährt Russell 1,8 Sekunden schneller pro Runde, Antonelli sogar 2,1. Ferrari verspielt 14 Sekunden Vorsprung in neun Runden – und mit ihm die Psyche der eigenen Fahrer.

Leclerc funkt über Boxenfunk: „Wann kommt mein Stopp?“ Antwort: „Wir schauen, wir schauen.“ Was sie schauen, ist ein leeres Podium.

Mercedes kassiert lob, ferrari selbstzweifel

Montoya zieht den Hut vor Silver Arrow: „Klar, konsequent, konsequent umgesetzt.“ Für die Stuttgarter war der Plan simpel: Reifen wechseln, aufholen, Druck machen. Ergebnis: Doppel-Doppelsieg nach 58 Runden, 27 Punkte, Tabellenführung.

Ferrari dagegen stapelt Fehler: 2025 verpasste Safety-Car-Phasen in Imola und Silverstone, 2026 beginnt mit dem nächsten Blackout. Die Mechaniker in Maranello bekommen die Kurve nicht, die Ingenieure die Kurve nicht, die Piloten die Kurve nicht.

Die Fans reagieren auf Social Media mit dem Hashtag #FerrariFixIt, der in drei Stunden auf 1,2 Millionen Aufrufe klettert. Selbst Ex-Teamchef Mattia Binotto twittert trocken: „Manchmal muss man einfach reinkommen.“

Die Saison ist zwei Stunden alt, Ferrari schon wieder Thema. Und Montoya hat seinen Satz des Tages parat: „Solange Ferrari glaubt, alle anderen täten es falsch, wird Mercedes weiter gewinnen.“ Die Ampel in Melbourne springt auf Grün – für die Konkurrenz.