Monaco-debakel: steiner schimpft die fia an!

Günther Steiner, der ehemalige Teamchef von Haas, hat nach dem umstrittenen Grand Prix von Monaco die FIA scharf kritisiert und von einem kompletten „Debakel“ gesprochen. Die nachträgliche Wiederherstellung von Pierre Gaslys Podiumsplatz hat in der Formel 1 für erhebliche Diskussionen gesorgt und Steiner sieht hier eine Gefahr für die Einheitlichkeit der Regelauslegung.

Ein regelchaos in monte carlo

Ein regelchaos in monte carlo

Die Entscheidung der FIA, die ursprüngliche Strafe gegen Pierre Gasly wegen eines Geschwindigkeitsüberschreitungs in der Boxengasse zurückzunehmen, nachdem Alpine ein Überprüfungsbegehren gestellt hatte, sorgte für Aufruhr. Während Gasly dadurch von Platz drei auf Platz sieben zurückgefallen war, wurde ihm das Podium nachträglich zurückgegeben, was Steiner als inakzeptabel empfindet. „Das Podium hätte nicht wiederhergestellt werden dürfen. Wenn man ihm den dritten Platz gibt, muss man auch die anderen Fälle korrigieren, und das ist schlichtweg nicht mehr möglich. In Monte Carlo war das ein komplettes Chaos!“, so der Südtiroler im „The Red Flags Podcast“.

Steiner betonte, dass die Problematik bereits früher begonnen habe. Falsche Angaben zur Position der Messlinie oder fehlerhafte Informationen an die Teams hatten die Situation zusätzlich verschärft. „Es begann damit, dass die Messlinie an der falschen Stelle lag oder den Teams falsche Informationen gegeben wurden. Aber am Ende ist es offensichtlich die falsche Entscheidung, ihm das Podium zurückzugeben, denn alle anderen haben ihre Strafen erhalten, und diese können nicht mehr rückgängig gemacht werden.“

Die Situation sei nicht zu lösen, so Steiner. Er räumte zwar ein, Gasly das Podium gegönnt zu haben, betonte aber, dass der Franzose seinen Platz aufgrund eigener Leistung und nicht aufgrund von Messfehlern verdient haben sollte. „Solche Situationen kann man am Ende nicht mehr richtig lösen. Natürlich hätte ich Pierre das Podium gegönnt, aber er sollte dort stehen, weil er es auf die richtige Weise geschafft hat und nicht wegen eines Problems, das die Regeln gar nicht vorsehen oder weil jemand bei der Vermessung eines Streckenabschnitts einen Fehler gemacht hat.“

Die nachträgliche Korrektur in Monaco dürfte langfristige Konsequenzen für die zukünftige Handhabung ähnlicher Fälle haben. Die Frage, wie Gleichbehandlung und die Korrektur offensichtlicher Fehler miteinander vereinbar sind, wird die Formel 1 noch lange beschäftigen. Es bleibt abzuwarten, ob die FIA aus diesem Debakel die richtigen Lehren zieht und die Regelauslegung in Zukunft klarer und konsequenter gestaltet.