Mick schumacher rast im oval-dschungel: quali-kracher, renn-frust
Mick Schumacher schlug auf dem Phoenix-Oval erst mit der Faust aufs Podest – und dann mit der Stirn gegen die Wand. Platz vier im Qualifying, Platz 18 im Rennen: ein Tag, der die IndyCar-Serie in ihrer rausten Form zeigt.
Der vierte gang war ein bluff
Der 27-Jährige hatte die Konkurreenz mit einem kaltblütigen High-Line-Angriff in den Schatten gestellt. „Ich dachte: Okay, das Oval bebt“, sagt er nach dem Quali. Doch schon nach zehn Runden im Rennen wusste er: Der Schein trügt. Alex Palou schoss auf der obersten Linie vorbei, Schumacher sah nur noch Heckflügel. „Die Jungs leben hier, ich bin nur Gast“, gesteht er.
Dann kam der Boxenstopp. Ein Schlagschrauber verweigert, Sekunden verflüchtigt sich der Vorsprung. „Plötzlich stehst du im Stau, und die Karre zittert wie ein Hund im Gewitter.“ Er verliert neun Plätze, rutscht auf 18. Rundherum krachen Carbon-Teile gegen die Wand, ein Fahrzeug fliegt in die Bande, Palou selbst landet im Kies. Chaos, das sich in Schumachers Cockpit staut.

Technik, temperatur, tempo – alles gegen ihn
Honda-Power reichte nicht, um die Defensive zu halten. Die Temperaturen im Cockpit kletterten auf 57 Grad, der Sitzkühler schaffte nur Linderung. „Wenn du glaubst, jetzt kommt die Erlösung, zieht dir das Getriebe den Teppich weg“, sagt er. Die Rennleitung zählte insgesamt sechs Caution-Phasen, drei davon in seiner unmittelbaren Nachbarschaft.
Die Statistik nagt an ihm: Erst 25 Prozent der IndyCar-Saison führt über Ovale, doch genau diese Strecken entscheiden oft über Playoff-Plätze. Schumacher muss jetzt auf Straßenkurse umschalten – nächste Woche in Arlington/Texas. Dort kennt er sich aus, dort kann er wieder angreifen.
Die Gesamtwertung führt jetzt Josef Newgarden, Palou rutsch auf Rang drei ab. Für Schumacher zählt nur eins: „Ich will lernen, bevor die Ovale zurückkommen.“ Sonst bleibt er das ewige Talent im Kreisverkehr der Stars.
