Mick schumacher patzt in birmingham – indycar-traum wird zum geduldsspiel

Alabama liefert das nächste Kapitel der Schumacher-Drama-Serie: Mick beendet den vierten IndyCar-Lauf als 24. von 25 Fahrern, kassiert damit sein drittes Top-20-Desaster in Serie und schraubt die Erwartungen an seine Debütsaison weiter nach unten.

Pole-palou dominiert, mick rutscht ab

Der 26-Jährige startete vom zwanzigsten Platz, verlor nach dem ersten Stint sogar den Anschluss an das Feld und kreiste auf Augenhöhe mit RLL-Teamkollege Louis Foster, den er wenigstens noch hinter sich halten konnte. Während Álex Palou im Honda der Chip-Ganassi-Crew nach 90 Runden souverän den Sieg einsackte, musste Schumacher drei Runden vor Schluss noch zum letzten Stopp – ein Symbol für ein Rennen, in dem er nie ins Tritt kam.

Die Statistik wird für den Sohn des Rekordweltmeisters zur Geduldsprobe: St. Petersburg-Ausfall, Phoenix 18., Texas 22., jetzt Birmingham 24. – das ergibt einen Schnitt von Platz 21,5 und die Gewissheit, dass die Lernkurve steiler ist als die Straights von Barber Motorsports Park.

Deutschland wartet seit 2005 auf indycar-punkte

Deutschland wartet seit 2005 auf indycar-punkte

Mit jedem enttäuschenden Resultat wächst der Druck, denn Schumacher trägt nicht nur die eigene Karriere, sondern auch die Fahne eines ganzen Landes. Timo Glock war 2005 der letzte Deutsche, der in der Serie punkten konnte – ein halbes Jahrzehnt später ist Mick der erste Teutonier überhaupt in diesem Feld, doch die weiße Fahne der Hoffnung droht zu verblasen.

Teamchef Bobby Rahal schickt nach dem Rennen die üblichen Floskeln ins Mikro: „Wir arbeiten hart an der Balance, die Rennstärke kommt.“ Doch hart sind inzwischen auch die Zahlen: Kein einziger Top-15-Platz nach vier Starts, keine Punkte, keine Perspektive für das nächste Rennen in zwei Wochen auf dem Straßenkurs von Long Beach.

Die IndyCar-Saison ist jung, aber die Uhren ticken. Wer in der Königsklasse der US-Rennszene nicht innerhalb der ersten fünf Rennen zeigt, dass er mithalten kann, versinkt schnell in der Bedeutungslosigkeit. Für Mick Schumacher beginnt jetzt die Phase, in der Testtage und Simulator-Runden zählen – sonst wird der Traum vom IndyCar-Erfolg nur noch ein Fußnoten-Kapitel in der Schumacher-Familienchronik.