Mercedes vle: stromer verschluckt 700 km und acht sitze

Stuttgart hat die Antwort auf den Familien-SUV-Hype geschrieben – und sie heißt Mercedes Vle. Elektrisch, 700 Kilometer Reichweite, acht echte Plätze, geladen in 15 Minuten. Die Luxus-Lounge auf Rädern rollt noch 2024 an und lässt selbst die größten SUV-Kolosse alt aussehen.

Van-architektur statt blechschindel

Die neue Plattform trägt den klangvollen Namen Van Architecture. Was klingt wie ein Baucontainer, ist in Wahrheit ein Alu-Skelett, das dem Akku mit 115 kWh Nettokapazität einen sicheren Käfig bietet und gleichzeitig 4,08 m³ Laderaum erlaubt – so viel passt sonst nur in eine kleine Lagerhalle. Die Karosserie bleibt trotzdem bei einem cw-Wert von 0,25. Wer Aerodynamik versteht, weiß: Das ist Flugzeug-Niveau. Der Trick sitzt im 2,10 Meter langen Dach, das wie ein flacher Wasserstrahl über die Flanken läuft und die Luft sauber abwirft.

Die Front leuchtet je nach Ausstattung in drei Grafiken: Stern-Constellation, Sport-Lattice oder puristische Black-Pixel-Version. Heckleuchten verschmelzen zu einem durchgehenden Neonband. Kein Chrom, kein Geschwafel – nur kühle LED-Geometrie.

0-100 In 6,5 sekunden – mit schulkindern an bord

0-100 In 6,5 sekunden – mit schulkindern an bord

Wer denkt, Vans sind lahm, kennt die Vle 400 4matic nicht. 305 kW Allrad katapultieren die 2,6 Tonnen in 6,5 Sekunden auf Landstraßentempo. Die Hinterachse lenkt mit bis zu sieben Grad, womit der Wendekreis auf kuriose 10,9 Meter schrumpft – enger als ein A-Klasse-Taxi. Die Luftfeder Airmatic senkt das Fahrwerk bei 120 km/h um 40 Millimeter, um den Luftwiderstand weiter zu drücken. Das merkt man vor allem auf der Langstrecke: Zwischen Rom und Stuttgart verbrauchte der Prototyp im Dauertest nur 17,8 kWh/100 km. Zwei kurze Kaffeepausen à 15 Minuten genügten, um die 1.100 km zu Ende zu bringen.

Superscreen statt rückbank-stress

Superscreen statt rückbank-stress

Im Cockpit regiert das MBUX-System in Version 4.0. Das optionale Superscreen spannt sich 1,41 Meter quer über das Armaturenbrett: 10,25 Zoll für den Fahrer, zwei 14-Zoll-Displays für Beifahrer und Kommunikationszentrale. Alles unter einer kontinuierlichen Glasscheibe, die Fingerabdrücke magisch anzieht. In Reihe zwei und drei kann ein 31,3-Zoll-Monitor aus der Dachverkleidung kippen – UHD, HDMI, WLAN-Hotspot inklusive. Kindern droht nur noch eine Gefahr: Netflix-Sucht statt Reise-Quiz.

Die Sitze laufen auf integrierten Rollen, lassen sich per App verschieben oder komplett entfernen. Resultat: 795 Liter Gepäckraum mit acht Sitzplätzen, 4.078 Liter mit keinem. Die „Lounge-Position“ platziert vier Insassen in Face-to-Face-Formation – ideal für Meetings oder Pokerrunden auf dem Weg nach Sylt.

Sicherheit per sensor-wolke

Sicherheit per sensor-wolke

Elf Kameras, fünf Radargeräte, zwölf Ultraschall-Geber – die Vle trägt mehr Augen als ein Argus. Das Software-Bündel hält Spur, Abstand, Geschwindigkeit und lenkt auch mal eigenständig ein. Stadtverkehr, Stau, Landstraße – das System arbeitet bis 210 km/h, ohne lästige Pingeligkeit. Die Airbags reichen bis in die dritte Reihe, was bei einem Aufprall auf diesem Niveau selbstverständlich sein sollte.

Preise nennt Mercedes noch nicht. Marktstart ist Herbst 2024, zuerst die Vle 300 mit 203 kW und 115 kWh Akku, danach die 80-kWh-LFP-Version für Flotten und Sparfüchse. Die Zielgruppe: Großfamilien, Hotel-Shuttles, VIP-Shuttle-Dienste und alle, die einen SUV langweilig finden. Die Botschaft ist klar: Wer Platz braucht, muss nicht auf Strom verzichten. Und wer Strom will, muss nicht auf Luxus verzichten.